Die vielen Vorteile der hohen Vorfertigung im Modulbau, wie Gebäudequalität und Schnelligkeit, sind inzwischen weithin bekannt. Weniger oft aber ist die Modul-Logistik – also der Transport der fertigen Raumtragwerke zur Baustelle – Gegenstand der Berichterstattung. Für die Hersteller aber stellt sie eine große Herausforderung dar: Module sicher und termingerecht ans Ziel zu bringen ist ein komplexer Prozess, der viele technische und bürokratische Hürden meistern muss. Dafür sind nicht nur spezielle Transportmittel und Sicherheitsvorkehrungen, sondern insgesamt eine umfassende und präzise Planung unter Berücksichtigung von Faktoren wie Wetterlage, Straßeninfrastruktur sowie von rechtlichen Bedingungen notwendig. Und nicht zuletzt braucht man für Modul-Logistik viel Erfahrung: Die Modulbauspezialistin ALHO – fast sechs Jahrzehnte im Modulbau tätig – bringt sie mit!
Wichtig ist die frühe Planung
Bereits mit Eingang der Kundenanfrage bzw. im Rahmen einer öffentlichen Ausschreibung startet bei ALHO die Logistikplanung. Noch vor der Angebotsphase wird geprüft, ob die Module in den vorgesehenen Abmessungen überhaupt transportierbar sind. Denn Module überschreiten meist die Standardmaße, die tagsüber auf deutschen Straßen erlaubt sind, und fallen daher unter die Kategorien „Schwer- und Sondertransporte“. Genehmigungen sind daher fast immer erforderlich.
Zudem ist der Weg zur Baustelle oft alles andere als „hindernisfrei“: Halteverbote müssen eingerichtet, Verkehrsinseln und Bordsteine überfahrbar gemacht, Verkehrsschilder entfernt und manchmal sogar ganze Straßenabschnitte gesperrt werden. In seltenen Fällen sind auch Ampelanlagen oder Kreisverkehre zurückzubauen. Um die Gegebenheiten vor Ort zu prüfen, organisiert ALHO Termine mit Kunden, Spediteuren, Projektleitern und bei Bedarf auch mit Verkehrssicherungsfirmen oder dem Ordnungsamt. Die Ergebnisse dieser Besichtigungen werden dann sorgfältig dokumentiert, um Maßnahmen zu planen und Kosten realistisch und verlässlich kalkulieren zu können.
Transportauflagen und bürokratische Hürden
Die Abmessungen der Module sind individuell und müssen für jedes Projekt neu bewertet werden. Tagsüber transportierbare Module dürfen maximal 3,00 Meter breit sein, während größere Module in der Regel nur nachts bewegt werden dürfen. Doch auch hier gibt es keine bundesweit einheitlichen Regelungen: Jede Genehmigung wird von den zuständigen Behörden individuell geprüft, wobei oft unklare Ablehnungen den Prozess erschweren.
Vor einiger Zeit noch war es möglich, Konvoi-Fahrten zu beantragen, um mehrere LKW hintereinander fahren zu lassen. Diese Option existiert leider nicht mehr, was den organisatorischen Aufwand erhöht. Auch die Begleitung durch sogenannte BF3-Fahrzeuge – also Begleitfahrzeuge für Schwerlasttransporte – sind mittlerweile Pflicht. Für acht Module, die an einem Tag im Schnitt verbaut werden können, sind bis zu zwölf Begleitfahrzeuge notwendig.
Positiv zu vermerken ist jedoch, dass sich die Vorlaufzeiten für Genehmigungen in den letzten Jahren von rund zwölf auf durchschnittlich nur vier bis sechs Wochen verkürzt haben.
Schwächen der Infrastruktur
Die zunehmend mangelhafte Infrastruktur in Deutschland verschärft diese Herausforderungen noch zusätzlich. Besonders marode Brücken und zahlreiche Baustellen stellen die Modul-Logistik vor große Probleme. Gewichtsbeschränkungen und reduzierte Durchfahrtsbreiten zwingen die Speditionen oft zu weiträumigen Umfahrungen, was mehr Zeit, zusätzliche Kosten und – nicht zu vergessen – auch eine schlechtere Klimabilanz des Projekts zur Folge hat.
Ein konkretes Beispiel, das ALHO mit Sitz im rheinland-pfälzischen Friesenhagen besonders betrifft, ist die A45: Durch den Neubau der Talbrücke Rahmede ist der Transport ins Ruhrgebiet oder in den Norden stark eingeschränkt. Alternativrouten über die A4 sind kompliziert, da auch dort immer wieder Hindernisse auftreten. Diese Einschränkungen machen es schwierig, Transportnächte effizient zu planen.
Maßarbeit vor Ort
Auch auf der Baustelle selbst ist eine gründliche Vorbereitung essenziell: Dazu gehören das Einrichten von Halteverboten, das Entfernen von Schildern und das Bereithalten ausreichender Stellflächen für LKW. Zudem muss ein leistungsfähiger Mobilkran organisiert werden, dessen Tragfähigkeit und Reichweite genau auf die Anforderungen abgestimmt sind. Gemeinsam mit dem Krandienstleister plant ALHO den Einsatz vor Ort. Grundlage sind unter anderem die Maße und das Gewicht der Module sowie die Reichweite des Krans. So benötigt ein Kran bei einer Ausladung von 30 Metern und einem Maximalgewicht von 16 bis 17 Tonnen eine Tragfähigkeit von 250 Tonnen.
Die Montage der Module unterliegt zudem strengen Vorschriften der BG Bau, Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft. Neben der Standardausrüstung tragen die Monteure spezielle Fallschutzsysteme, ähnlich denen beim Bergsteigen. Zudem erfolgen Arbeiten wie das Anschlagen der Module an den Kran mittlerweile fast ausschließlich von Gelenkhubarbeitsbühnen aus, was die Sicherheit erhöht. Nur in Ausnahmefällen, etwa bei Platzmangel, darf auf Leitern zurückgegriffen werden.
Verbesserungspotenzial und Wünsche an den Gesetzgeber
Trotz großer Erfahrung und bewährter Abläufe sehen Planungsverantwortliche wie Marcel Schneider von ALHO noch viel Verbesserungspotenzial. Neben der dringenden Sanierung der Infrastruktur wünscht sich der Logistik-Experte vor allem einheitlichere Prüfverfahren bei den Behörden und transparente Gründe bei Ablehnungen, um Prozesse in Zukunft beschleunigen und aus Erfahrung lernen zu können. Auch die Wiederzulassung von Konvoi-Fahrten und gelockerte Begleitauflagen könnten den Aufwand für Modulhersteller erheblich reduzieren.
Marcel Schneider: „Mit nahezu 60 Jahren Erfahrung meistert ALHO die Herausforderungen der Modulbaulogistik souverän, doch eine Vereinfachung der Rahmenbedingungen könnte den Prozess erheblich effizienter gestalten, die hohen Kosten senken und hätte nicht zuletzt auch mehr Nachhaltigkeit beim Transport zur Folge.“
Veröffentlicht von:
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