Nachhaltig und schnell: Modulbauweise bereichert modernen Life Science-Standort mit hochwertigem Gebäude

Der Freistaat Bayern, vertreten durch das Staatliche Bauamt Augsburg, hat gemeinsam mit ALHO auf dem Campus der Universität Augsburg ein bemerkenswertes Büro- und Laborgebäude in Modulbauweise errichtet. Das Projekt ist Teil der Hightech-Agenda, die den Wissenschaftsstandort Bayern durch Investitionen in Forschung, Lehre und Infrastruktur stärken soll. Der Neubau zeigt, wie anspruchsvolle Wissenschaftsgebäude auch unter Zeitdruck und bei komplexen Anforderungen entstehen können: In nur zwölf Monaten entstand der Neubau auf einem ungenutzten Parkplatz. Ende 2024 wurde er eingeweiht. Auf 2.650 m² Bruttogeschossfläche finden hier neben Büros 14 Labore für die Lehrstühle für Bioorganische Chemie, Technische Biologie und die Professur für Computergestützte Biologie Platz. Die städtebauliche Linie zwischen dem nördlich angrenzenden Physikgebäude und dem Innovationspark wird mit dem Bauwerk weitergeführt – sodass ein harmonisches Gesamtbild auf dem Unigelände entstand.

Öffentliche Vergabe mit klarer Zielvorgabe: Modulbau

Laborgebäude gehören zu den komplexesten Bauaufgaben im Gesundheits- und Forschungswesen. Sie müssen flexible Arbeitsprozesse mit kurzen Wegen bei klarer Logistik ermöglichen und technische Höchstleistung mit hygienischer Sicherheit zusammenbringen – ein Spagat, der klassische Bauweisen oft überfordert. Der Bauauftrag eines neuen Büro- und Laborgebäudes auf dem Campus der Universität Augsburg wurde im Rahmen eines öffentlichen Vergabeverfahrens darum von Anfang an für Modulbauweise ausgeschrieben. Die geplante Bauzeit von nur zwölf Monaten wäre konventionell nur schwer realisierbar gewesen. „Die Modulbauweise ist Teil der Hightech-Agenda Bayern, die im Oktober 2019 vom Bayerischen Ministerpräsidenten ins Leben gerufen wurde“, erklärt Dana Brettel, Abteilungsleiterin LU4 beim Staatlichen Bauamt Augsburg, zuständig für die Universität Augsburg sowie High Tech Agenda Maßnahmen. „Die Agenda zielt darauf ab, Bayern als Innovationsstandort zu stärken und die wirtschaftliche Entwicklung des Freistaates nachhaltig zu fördern. Die Anpassungsfähigkeit von Modulgebäuden ermöglicht es, diese leicht zu erweitern oder umzubauen und bietet damit eine Flexibilität, sich veränderten Nutzungsbedingungen anzupassen. Das bringt auch im Labor- und Forschungsbau erhebliche Vorteile.“

Erfolgreiche Zusammenarbeit

Das im Modulbau erfahrene Berliner Büro WGA Deutschland wurde vom Auftraggeber mit der Generalplanung (Objekt- und Fachplanung für die Leistungsphasen 1, 2 sowie 6 bis 8) beauftragt. ALHO erhielt im Rahmen einer öffentlichen Ausschreibung als am besten bewerteter Anbieter den Auftrag für die Totalunternehmerleistung, übernahm mit der Leistungsphase 5 die gesamte Ausführungsplanung und arbeitete zusammen mit WGA an der Entwurfsplanung sowie bei den Leistungsphasen 4 sowie 6 bis 8 mit. „Das Staatliche Bauamt Augsburg übernahm die Verantwortung für die Projektleitung und Projektsteuerung und war zuständig für die umfassende Planung, Überwachung und Steuerung des Bauvorhabens – um sicherzustellen, dass das Projekt termingerecht, innerhalb des festgelegten Budgets und in der gewünschten Qualität realisiert wird“, erläutert Dana Brettel. Für die Genehmigungsplanung nahm ALHO das in Augsburg ansässige Büro Endres & Tiefenbacher Architekten mit ins Boot: „Das war eine strategische Entscheidung“, berichtet ALHO Projektleiter Mario Müller. „Die Kolleginnen und Kollegen kennen aufgrund ihrer Nähe zur örtlichen Baubehörde die dortigen exakten Anforderungen genau – das hat den Genehmigungsprozess deutlich beschleunigt. Denn die Modulbauweise kann ihren Vorteil Schnelligkeit nur dann richtig ausspielen, wenn alle Räder gut ineinandergreifen und auch der Genehmigungsprozess zügig und reibungslos vonstatten geht“, weiß der Modulbau-Experte.

Straffe Planung unter hoher Komplexität

Ingo Schumann, verantwortlicher Architekt bei WGA, erklärt: „Auch für die Universität als Nutzerin bot die Modulbauweise entscheidende Vorteile: Die hohe Vorfertigungstiefe der ALHO-Raummodule von rund 70% hatte eine wesentlich kürzere Bauzeit und währenddessen auch weniger Störungen durch Lärm und Schmutz auf dem belebten Unicampus zur Folge.“ Außerdem erklärt er: „Bei konventionellen Bauweisen werden viele Entscheidungen erst auf der Baustelle und damit oft viel zu spät getroffen. Bei der Modulbauweise hingegen ist die konsequente Festlegung aller wesentlichen Planungsparameter zu einem sehr frühen Zeitpunkt für uns Planer ein ganz zentraler Aspekt. Gerade bei hochinstallierten Gebäuden wie Laboren ist das für den zügigen Baufortschritt und die Einhaltung einer hohen Bauwerksqualität von Vorteil. Die sehr disziplinierte Zusammenarbeit aller Planungsbeteiligten von Anfang an ist dafür jedoch Bedingung.“

Der Neubau besteht aus zwei funktional voneinander getrennten Baukörpern mit einem zweigeschossigen Labortrakt sowie einem dreigeschossigen Bürokomplex, die über einen gemeinsamen Erschließungskern verbunden sind. Insgesamt bietet das Gebäude Platz für über 40 neue Arbeitsplätze. Das Raumprogramm sah neben Büroräumen auch 14 Laboreinheiten, ergänzt durch Nebenräume vor. Jedes Labor folgt dabei einer klaren funktionalen Logik, von der Probenvorbereitung über die Analyse bis zur Auswertung. Die Labore sind nach den biologischen Sicherheitsstufen S1 und S2 klassifiziert, auch die technische Ausstattung musste hohen Anforderungen genügen. Laut Ingo Schumann lag eine große Herausforderung beim Projekt in der Integration der haustechnischen Anlagen in die standardisierten Modulabmessungen. „Dennoch konnten wir das vorgegebene Raumprogramm mit all seinen Anforderungen umsetzen“, ergänzt Mario Müller. „Die Steuerung der technischen Anlagen wie Heizung, Lüftung, Kühlung und Verschattung erfolgt über eine hochwertige Gebäudeautomationslösung. Ein zusätzlicher technischer Schwerpunkt lag in der Netzanbindung: Das Gebäude wurde für den Betrieb eines leistungsfähigen Hochleistungsrechners vorbereitet – was zusätzliche Anforderungen an die Medienversorgung stellte.”

Kurze Bauzeit durch Modulbauweise

Das Gebäude besteht aus 54 vorgefertigten Raummodulen unterschiedlicher Abmessung. Innerhalb nur weniger Tage und vorrangig nachts wurden sie in Etappen mittels Schwerlasttransportern vom ALHO Werk in Morsbach auf die Baustelle geliefert und dort sofort montiert. Als Baugrund diente eine weitestgehend ungenutzte Parkfläche auf dem Campus, so waren weder Abbrucharbeiten noch komplexe Baugrundsanierungen erforderlich, auch wurden keine wertvollen Bodenflächen neu versiegelt. Allerdings stellte die Baustellenlogistik eine gewisse Herausforderung dar. „Die Module mussten über das komplette Campusgelände transportiert werden“, erinnert sich Mario Müller. „Dabei durfte der laufende Lehr- und Forschungsbetrieb natürlich nicht gestört werden – eine Anforderung, auf die wir aufgrund unserer langjährigen Bauerfahrung aber sehr gut reagieren konnten.“

Innerhalb von nur vier Wochen stand der Rohbau. Der gesamte Bauprozess, einschließlich des Ausbaus, dauerte rund ein Jahr.

„Die Hightech -Agenda sieht vor, Projekte schnell und beschleunigt umzusetzen. Nur die Modulbauweise mit ihrem hohen Vorfertigungsgrad und der Anwendung standardisierter Prozesse hat diese rasche Umsetzung ermöglicht“, erklärt Dana Brettel. „Durch die Zusammenarbeit mit einem Totalunternehmer wie ALHO konnte der Bauprozess insgesamt optimiert werden“, so die Planerin weiter. „Beim seriellen Bauen liegt die komplette Koordination der Gewerke stets in der Verantwortung des Modulbauers. Die Folge: Der interne Abstimmungsaufwand wird auf ein Minimum reduziert, eine hohe Planungs- und Terminsicherheit wird gewährleistet, ebenso wie eine konstant hohe Ausführungsqualität. Und Dank eingespielter Teams und optimierter Logistik verläuft die Arbeit auf der Baustelle nahezu reibungslos“.

Nachhaltigkeitsaspekte im Fokus

„Der Freistaat Bayern ist zum nachhaltigen Bauen gesetzlich verpflichtet. Uns als Staatlichem Bauamt ist es angesichts der aktuellen Herausforderungen im Bereich Umwelt- und Klimaschutz ohnehin ein zentrales Anliegen, dass unsere Bauprojekte nicht nur funktional und wirtschaftlich sind, sondern auch aktiv zur Verbesserung des Klimas beitragen.“ So wurde – um den ökologischen Fußabdruck des Gebäudes im Vergleich zu einem massiv erstellten deutlich zu verringern – der Einsatz ressourcenschonender Materialien in den Fokus gerückt. Angefangen beim Stahl für die Raumtragwerke, der mit einer Recyclinquote von 99% in Sachen Nachhaltigkeit deutlich punktet – vor allem, da ALHO vermehrt „grünen Stahl“ (nicht mit dem noch nicht in ausreichender Menge verfügbaren Wasserstoff, sondern im energieeffizienteren Lichtbogenverfahren hergestellt) für seine Raumtragwerke nutzt. Eine hinterlüftete Fassade aus Fichtenholz-Elementen mit integrierten Grünbereichen ergänzt das Ökologie-Konzept: Sie trägt zur natürlichen Kühlung des Gebäudes bei, spendet Schatten und verbessert die Luftqualität.

Auch das leicht geneigte Dach wurde extensiv begrünt und erhielt eine Gefälledämmung. Da ein Gründach je nach Aufbau und Bepflanzung 40 bis 90% des Jahresniederschlags zurückhalten kann, fungiert es als eine Art natürlicher Wasserspeicher und -filter.

Eine Photovoltaikanlage stellt die regenerative Stromversorgung sicher, die Gebäudeheizung erfolgt über Wärmepumpentechnik, unterstützt durch die bestehende Anbindung an das Fernwärmesystem des Campus. Weiterhin wurden zahlreiche Fahrradstell- und E-Bike Ladestellplätze eingerichtet und E-Auto Ladesäulen installiert. Insgesamt liegt der Energiestandard des Neubaus deutlich unterhalb des gesetzlich vorgeschriebenen Standards des Gebäudeenergiegesetzes (GEG).

Zufriedenheit auf allen Seiten

Aus Sicht aller Projektbeteiligten hat sich die Modulbauweise bei dem anspruchsvollen Bauvorhaben sehr gut bewährt. Für den Bauherrn bot sie Planungssicherheit und eine schnelle Realisierung. Den Planern ermöglichte sie eine koordinierte Umsetzung und klare Strukturen im Projektablauf, und die Nutzer profitieren schließlich von einem modernen, technisch hochwertig ausgestatteten Bauwerk, das den Anforderungen des universitären Forschungsstandorts voll gerecht wird. Das Fazit von Dana Brettel als Vertreterin auf Bauherrnseite lautet darum durchweg positiv: „Wir sind äußerst zufrieden mit dem Bauablauf und dem Ergebnis. Die Zusammenarbeit mit ALHO war sehr kollegial, die Abläufe auf der Baustelle sowie die Termintreue waren vorbildlich. Das Büro WGA wiederum hat mit der hohen Qualität des Ausschreibungsverfahrens hervorragende Arbeit geleistet, die für alle weiteren Prozesse ganz entscheidend war. Insgesamt kann man sagen: Die Universität Augsburg ist mit dem Neubau auf dem Weg ihrer Entwicklung zu einem wichtigen Life Science Standort einen großen Schritt weitergekommen.“

Veröffentlicht von:

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Ansprechpartner(in): Juliane Brendebach
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ALHO – Bildungsimmobilien aus der Raumfabrik

Seit über 50 Jahren  produziert ALHO modulare Gebäude. Das familiengeführte Unternehmen mit Stammsitz in Morsbach gehört mit über 1000 Mitarbeitern zu den Marktführern der Branche.

Gebäude von ALHO werden in modernen Fertigungshallen witterungsunabhängig als montagefertige Raummodule produziert und auf der Baustelle zusammengefügt.  Durch die zertifizierte industrielle Vorfertigung überzeugen sie mit einem gleichbleibend hohen Qualitäts¬standard.

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