Kontrollverlust nach Kündigung: Warum Unternehmen ihre Social-Media-Accounts oft nicht zurückbekommen

Viele Unternehmen erleben nach dem Ausscheiden von Mitarbeitern eine böse Überraschung: Der Zugriff auf die eigenen Social-Media-Kanäle ist plötzlich nicht mehr möglich. Das Passwort liegt beim Ex-Mitarbeiter, die Zwei-Faktor-Authentifizierung läuft über sein privates Handy, der Account wurde mit einer privaten E-Mail-Adresse eingerichtet. Was als pragmatische Lösung im Arbeitsalltag begann, entwickelt sich im Trennungsfall schnell zum ernsthaften Risiko.

Ein unterschätztes Unternehmensrisiko

Social-Media-Accounts sind heute für viele Unternehmen zentrale Kontaktpunkte zu Kunden, Bewerbern und Geschäftspartnern. Reichweite, Inhalte und Community wurden über Jahre aufgebaut und können im Ernstfall verloren gehen. Zwar lassen sich Accounts über die Plattformen oft sperren oder deaktivieren, doch eine vollständige Übernahme mit allen Inhalten und der aufgebauten Reichweite ist deutlich schwieriger. Die Plattformen entscheiden nach internen Prozessen, nicht wie ein Gericht.

Auch rechtlich ist die Lage oft eindeutig: Wurde ein Account für Unternehmenszwecke aufgebaut und genutzt, muss der Mitarbeiter die Zugänge in der Regel herausgeben. Die praktische Durchsetzung kann jedoch langwierig sein. Manchmal ist der Aufbau eines neuen Kanals schneller als monatelange Support-Schleifen und juristische Auseinandersetzungen.

Prävention statt Reaktion

Das Problem entsteht fast nie erst bei der Kündigung. Es entsteht am Tag, an dem ein Account über einen privaten Zugang eingerichtet wird. Wer von Anfang an klare Strukturen schafft, vermeidet spätere Konflikte: Unternehmens-E-Mail-Adressen für alle Accounts, mindestens zwei Administratoren, zentrale Verwaltung der Zwei-Faktor-Authentifizierung und eine konsequente Offboarding-Checkliste sind die wichtigsten Maßnahmen.

Beratung durch Wiemer Arndt

Wiemer Arndt unterstützt Unternehmen dabei, ihre Social-Media-Kanäle rechtssicher und organisatorisch sauber aufzustellen. Das Beratungsangebot umfasst die Analyse bestehender Account-Strukturen, die Entwicklung interner Richtlinien sowie die rechtliche Begleitung im Konfliktfall. Ziel ist es, Unternehmen handlungsfähig zu machen, bevor ein Problem entsteht.

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