Wieso verzeichnen wir einen Anstieg der Fehltage in Deutschland?
Das Thema Fehlzeiten im Arbeitskontext wird uns wohl nicht so schnell loslassen, denn vergangene Woche erst wieder sagte Friedrich Merz in seiner Rede bei einer Wahlkampfveranstaltung in Bad Rappenau bei Heilbronn: „14,5 Tage, das sind fast drei Wochen, in denen die Menschen in Deutschland aus Krankheitsgründen nicht arbeiten. Ist das wirklich richtig? Ist das wirklich notwendig?“
So wie manch anderer auch, schiebt Merz den Grund für den Anstieg der Krankentage auf die telefonische Krankschreibung, die Ende 2023 eingeführt wurde. Dies sei seitens der Ärzt*innen jedoch nicht die Hauptursache für den Anstieg der Fehlzeiten. Konträr zu der Aussage des Bundeskanzlers schreiben sie der telefonischen Krankmeldung vor allem positive Aspekte zu.
Ärzte wie beispielsweise Dr. Jan Felix Hübner, CEO des Werksarztzentrums Deutschland, sagen sogar, wir sollten uns auf das Wesentliche konzentrieren. Was uns fehlt, sei „der Mut, Fehlzeiten als Frühwarnsystem zu verstehen und endlich echte, systemische Lösungen zu etablieren. Wer krank ist, braucht schnelle Hilfe bei der Genesung.“ Es sollten keine „Schuldigen“ gesucht werden, sondern das Problem sollte an der Wurzel angegangen werden.
Faktoren für den Anstieg der Fehlzeiten
Seit 2022 wird die Krankenkasse bei ausgestellten Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen (AU) direkt in Kenntnis gesetzt. Früher mussten die Erkrankten das selbst in die Hand nehmen. Das kann zu einem Zuwachs in den Statistiken geführt haben, da so früher nicht alle Krankentage erfasst wurden.
Die Krankenstatistiken werden von genau diesen Krankenkassen erfasst und veröffentlicht.
Zudem wächst vor allem das Bewusstsein auch für psychische Krankheiten immer weiter an. Und nicht nur das: Durch unsere immer schneller werdende Arbeitswelt steigt die psychische Belastung bei vielen Menschen an, was zu vermehrten psychischen Erkrankungen führt. Das belegen auch Zahlen wie der Fehlzeitenreport der AOK, der jedes Jahr erscheint und bei dem psychische Erkrankungen aktuell an dritter Stelle stehen.
Mit der Corona-Pandemie wurden Personen außerdem deutlich mehr für Ansteckungsgefahren sensibilisiert.
Wieso die telefonische Krankschreibung nicht schuld ist?
Wie oben erwähnt, gibt es mehrere Faktoren, die sich auf die Statistik der Krankentage auswirken. Die telefonische Krankschreibung kann ein Grund sein, jedoch bringt sie auch gleich mehrere positive Aspekte mit sich.
So muss sich nicht jede/r Erkrankte in die überfüllten Wartezimmer setzen und die Ansteckungsgefahr sinkt. Die Wartezimmer werden leerer und die Ärzt*innen haben mehr Zeit für die Patient*innen, die ärztliche Beratung und Untersuchungen benötigen.
Wir merken gerade in unserer Branche, der Arbeitsmedizin, einen enormen Fachkräftemangel. Dieser erstreckt sich auch über die anderen medizinischen Bereiche. Hier kann aktuell nur mit Digitalisierung und der Verwendung von Telemedizin gegengesteuert werden. Genau an diesem Punkt setzen auch die telefonische Krankschreibung und Videocalls zur ärztlichen Beratung an.
Veröffentlicht von:
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