VivaTech-Confidence Barometer 2026

Ein Paradoxon, das die Spannungen zwischen Technologieakzeptanz, Souveränität und Cybersicherheit in einem fragmentierten geopolitischen Umfeld aufzeigt 
  
VivaTechs dritte Ausgabe des Barometers zum Vertrauen von Führungskräften in die Tech-Branche, durchgeführt von 
OpinionWay in Europa (Frankreich, Deutschland, Vereinigtes Königreich, Spanien, Italien, Niederlande) und Nordamerika (Vereinigte Staaten) 
  
  • Mit einem Vertrauenswert von 89 % zeigen Führungskräfte großes Vertrauen in neue Technologien. Zum Vergleich: Für den Zeitraum bis 2025 liegt der Wert bei 87 % 
  • 92 % der Führungskräfte bevorzugen bei der Einführung eines neuen technologischen Tools einen Partner derselben Nationalität 
  • 88 % der Führungskräfte sind zudem der Meinung, dass sich ihre Wahrnehmung der Rolle neuer Technologien für die Wettbewerbsfähigkeit ihres Unternehmens in den letzten zwölf Monaten verbessert hat 
  • 89 % der Führungskräfte vertrauen darauf, dass KI die Entscheidungen ihres Unternehmens lenkt 
  • 39 % der Führungskräfte haben bereits Informationen über ihr Unternehmen an ein KI-Tool weitergegeben, dem sie nicht vollends vertrauen 
  • Künstliche Intelligenz und Cybersicherheit zeichnen sich durch die Intensität der zukünftigen Investitionen aus: 87 % der Befragten planen, ihre Investitionen zu erhöhen (davon 53 % stark), ebenso 77 % (davon 42 % stark) 
VivaTech, Veranstalter des größten Start-up- und Tech-Events Europas, präsentiert die dritte Ausgabe seines von OpinionWay* durchgeführten Barometers zum Vertrauen von Führungskräften in die Technologiebranche. Im Fokus stehen Themen wie technologische Souveränität, der Einsatz von KI und Investitionen. Führungskräfte aus sieben Ländern zeigen darin ein ausgeprägtes Vertrauen in neue Technologien und geben Einblicke in ihre Erwartungen und Einschätzungen. 
François Bitouzet, General Manager von VivaTech, erklärt: „Dieses Barometer 2026 zeichnet ein neues Bild der Technologiezuversicht: Führungskräfte in den USA und in Großbritannien messen der nationalen Zugehörigkeit ihres Technologieanbieters eine zentrale Bedeutung bei und betrachten sie als unverzichtbar. In Europa hingegen wird die Herkunft überwiegend als Vorteil verstanden, jedoch nicht als zwingende Voraussetzung. Diese Differenz ist keineswegs marginal: Sie verweist auf zwei grundlegend unterschiedliche Auffassungen von Souveränität, eine ‘de facto’ und eine ‘kontrahierte’. Angesichts dessen ist eine echte Beschleunigung Europas in Tech-Fragen zu beobachten, wobei Investitionen in KI und Cybersicherheit Priorität erhalten. Aber Vorsicht vor einem neuen Paradoxon, das wir beobachten: Während 9 von 10 Führungskräften der KI vertrauen, geben 4 von 10 zu, vertrauliche Daten mit Tools geteilt zu haben, denen sie nicht vollständig vertrauen.“ 
  
Technologische Souveränität: Eine Kluft zeichnet sich ab 
  
Bei der Einführung eines neuen technologischen Tools würden 92 % der Führungskräfte einen Partner mit derselben Staatsangehörigkeit bevorzugen. Für fast die Hälfte von ihnen (47 %) wäre diese Gemeinsamkeit sogar ein unverzichtbares Kriterium.  
  
Dieser Aspekt wird insbesondere von den befragten angelsächsischen Ländern genannt: 57 % in den Vereinigten Staaten und im Vereinigten Königreich. 
Die meisten EU-Mitgliedstaaten sehen dies eher als Vorteil denn als Verpflichtung, mit Ausnahme der Niederlande, die beide Aspekte gleich gewichten. 
Darüber hinaus geben 63 % der Führungskräfte an, dass sie sich über den Verlust an Souveränität Sorgen machen, der mit dem technologischen Fortschritt einhergehen kann. 
  
Die Geografie des Vertrauens: Heimatmärkte liegen vorne 
  
Die geografische Herkunft von Technologielösungen hat einen großen Einfluss auf das ihnen entgegengebrachte Vertrauen (86 %). Fast jede zweite Führungskraft (47 %) nennt ihr eigenes Land als eine der Regionen, denen sie am meisten vertraut. Die Grenzen des Vertrauens reichen jedoch weit darüber hinaus. 
  
  • Die Vereinigten Staaten: Die Amerikaner vertrauen ihrem Land (51 %), schätzen den nordamerikanischen Kontinent insgesamt aber noch mehr (62 %) 
  • In Kontinentaleuropa gibt es einen klaren Trend: 43 % der europäischen Führungskräfte bevorzugen Lösungen aus ihrem eigenen Kontinent. In Deutschland vertrauen 61 % am meisten auf europäische Lösungen. 
  • Das Vereinigte Königreich liegt zwischen zwei Welten: Mit einem Wert von 56 % ist es besonders zuversichtlich in Bezug auf die eigenen Fähigkeiten, stellt aber Europa (53 %) als gleichwertig dar, was seine doppelte Identität als angelsächsisches und europäisches Land offenbart. 
Für Führungskräfte steht Vertrauen in erster Linie im Zusammenhang mit Sicherheitsfragen (57 %). An zweiter Stelle stehen qualitative Innovationsfragen (50 %) sowie positivere Leistungsaspekte (49 %). 
  
Das Paradox der KI: Maximales Vertrauen, riskante Praktiken 
  
89 % der Führungskräfte sind von der Seriosität künstlicher Intelligenz überzeugt. Sie vertrauen ihr bei der Ausrichtung der Entscheidungen ihres Unternehmens, unabhängig vom Tätigkeitsbereich. Sie weckt ihr Vertrauen in technologischer, entscheidungsbezogener Hinsicht sowie hinsichtlich der Erhaltung von Arbeitsplätzen in den nächsten 12 Monaten, obwohl sich die Nutzung mitunter schwer kontrollieren lässt. 
  
Somit vertrauen 83 % der Führungskräfte auf eine nachhaltige und kontrollierte Entwicklung der finanziellen Investitionen in künstliche Intelligenz. 
  
Nur 17 % befürchten eine Spekulationsblase. Die Deutschen sind mit einem Wert von 20 % etwas pessimistischer. 
  
Die Integration von KI zielt nicht darauf ab, Mitarbeitende des Unternehmens kurzfristig zu entlassen. 92 % der Befragten sind zuversichtlich, dass sie das Beschäftigungsniveau in den nächsten 12 Monaten aufrechterhalten können, davon sind 48 % sogar sehr zuversichtlich. 
  
Vier von zehn Führungskräften haben bereits Informationen über ihr Unternehmen an ein KI-Tool weitergegeben, dem sie nicht ganz vertrauten. 
  
Dieser Anteil ist unabhängig vom Land, der Gehaltshöhe oder der Branche unverändert hoch. KI hat in Unternehmen breite Akzeptanz gefunden. Die Festlegung von Rahmenbedingungen für deren Nutzung und die Sensibilisierung der Mitarbeitenden nehmen jedoch mehr Zeit in Anspruch. So könnte KI potenziell Probleme hinsichtlich der Datensicherheit und des Datenschutzes verursachen. 
  
Investitionen: Rekorde dank KI und Cybersicherheit 
  
Bei den Investitionen in Technologie liegt Cybersicherheit mit 82 % an der Spitze. Es folgen Investitionen in künstliche Intelligenz (76 %), 5G (73 %), Cloud Computing (72 %) und mit etwas Abstand das Internet der Dinge (IoT) (54 %). 
  
In Deutschland sieht die Rangfolge ähnlich aus: 76 % der Führungskräfte haben in Cybersicherheit investiert, 69 % in künstliche Intelligenz, 60 % in 5G, 65 % in Cloud Computing und 51 % in das Internet der Dinge. 
  
Unter diesen Technologien zeichnen sich künstliche Intelligenz und Cybersicherheit auch durch die Höhe der künftigen Investitionen aus: 87 % der Befragten geben an, ihre Investitionen in KI in den nächsten 12 Monaten erhöhen zu wollen (davon 53 % stark), und 77 % wollen mehr in Cybersicherheit investieren (davon 42 % stark).  In Deutschland ist diese Dynamik ebenfalls deutlich zu spüren: 87 % der Führungskräfte planen, ihre Investitionen in KI zu erhöhen, und 76 % wollen mehr in Cybersicherheit investieren. 
  
Bei den derzeitigen Investitionen sind zwei weitere Technologien besonders beliebt: die robotergestützte Prozessautomatisierung (80 %, davon 36 % in hohem Maße) und das Quantencomputing (76 %, davon 45 % in hohem Maße), um die KI-Ambitionen zu unterstützen. 
 
Wettbewerbsfähigkeit: Europa holt auf, die Angelsachsen dominieren 
  
87 % der Führungskräfte sind der Meinung, dass die Unternehmen ihres Landes in technologischen Bereichen international wettbewerbsfähig sind (bei mittelständischen Unternehmen sind es sogar 94 %). Während die Vereinigten Staaten mit 92 % weiterhin am enthusiastischsten sind – davon immer noch 61 % „voll und ganz”, d. h. ein Anstieg um 19 Punkte gegenüber 2024 – verzeichnen die europäischen Länder im Untersuchungszeitraum einen deutlichen Anstieg des Vertrauens und verringern damit den Abstand zum Spitzenreiter. 
  
  • Mit einem Wert von 90 % kann das Vereinigte Königreich mit seinem transatlantischen Cousin mithalten 
  • In Frankreich sind es 81 % (d. h. +12 Punkte gegenüber 2024) und in Spanien 80 % (d. h. +11 Punkte gegenüber 2025) 
  • In Italien sind es 75 % (d. h. +11 Punkte gegenüber 2025) 
  • Nur Deutschland bleibt mit knapp unter 80 % auf seinem Niveau. 
  
Gesellschaftliche Herausforderungen: Technologie als Lösung, aber für welche Probleme? 
Führungskräfte vertrauen stark auf das Potenzial technologischer Innovationen, einen Beitrag zur Bewältigung der großen Herausforderungen unserer Zeit zu leisten: 94 % teilen diese Überzeugung, davon 50 % ohne Vorbehalte. 
Gleichzeitig bleiben Werte wie Vielfalt, Inklusion und Umweltschutz im nationalen Tech-Ökosystem fest verankert. 85 % der Führungskräfte bekennen sich weiterhin klar zu diesen Prinzipien. Dennoch zeigt sich ein ausgeprägter Pragmatismus: Die Anfang 2025 vorgenommene Neugewichtung der Prioritäten einiger globaler Tech-Konzerne wird von nahezu der Hälfte der Befragten (48 %) positiv aufgenommen, während ein Viertel diese Entwicklung kritisch bewertet. 
Ein Blick nach Spanien unterstreicht diese Tendenz: Dort ist eine deutlichere „Business-First“-Ausrichtung erkennbar, mit einem geringeren Anteil Gleichgültiger und einem hohen Zustimmungswert von 60 %. 
  
* Methodik OpinionWay 
Diese Umfrage wurde zwischen November 2025 und Dezember 2025 unter 1524 Führungskräften durchgeführt, die repräsentativ für Privatunternehmen mit mehr als 50 Mitarbeitern oder Start-ups, Unicorns oder Scale-ups sind, deren Unternehmen Tech-Lösungen anbieten oder die ein Interesse an Tech-Themen haben. Die geografische Verteilung der Stichprobe erfolgte wie folgt: 301 Befragte in Frankreich, 204 in Deutschland, 204 in Spanien, 200 in Italien, 208 im Vereinigten Königreich, 205 in den Vereinigten Staaten und 202 in den Niederlanden. 
  
Die repräsentative Stichprobe wurde nach der Quotenmethode gebildet und unter Berücksichtigung der Kriterien der Gehaltshöhe, der Branche und des geografischen Standorts gewichtet. 
  
Über VivaTech 
VivaTech ist ein Innovationsbeschleuniger, der Start-ups, Technologieführer, große Unternehmen und Investoren zusammenbringt, um sich gemeinsam den größten Herausforderungen unserer Welt zu stellen. 
  
Jedes Jahr organisiert VivaTech die größte Start-up- und Tech-Veranstaltung Europas. Vier Tage lang versammeln wir in Paris die gesamte Tech-Szene, um die disruptivsten Themen des Ökosystems und Innovationen, die weltweit erstmals vorgestellt werden, zu diskutieren. Damit ist VivaTech ein einzigartiger Ort, an dem Business und Innovation aufeinandertreffen. Die zehnte Ausgabe von VivaTech findet vom 17. bis 20. Juni 2026 statt. 
Weitere Informationen finden Sie unter https://vivatech.com/media sowie @VivaTech. 
  
Pressekontakt 
  
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