Borkenkäfer verschont Paulownia — wissenschaftliche Evidenz für Schädlingsresistenz

Pressemitteilung

Zug (Schweiz), 11. April 2026 — Während der Borkenkäfer Ips typographus seit 2018 über 461.000 Hektar Fichtenbestände in Deutschland vernichtet hat, bleibt Paulownia von dieser Krise unberührt. Dirk Roethig, CEO von VERDANTIS Impact Capital, beleuchtet die wissenschaftlichen Grundlagen dieser Resistenz — und erklärt, warum Paulownia nicht nur klimaresilient, sondern auch biologisch geschützt ist.

Biologische Immunität: Borkenkäfer befallen keine Laubbäume

Der Große Fichtenbohrenkäfer Ips typographus ist ein hochspezialisierter Nadelholz-Parasit. Er befällt ausschließlich Koniferen — insbesondere Picea abies (Gemeine Fichte) — und ist auf deren Harzkanäle und Phloem-Struktur angewiesen. Paulownia tomentosa als Laubbaum gehört zur Familie der Blauglockenbaumgewächse (Paulowniaceae) und besitzt eine grundlegend andere Rindenstruktur, die für Borkenkäfer biologisch ungeeignet ist.

Diese strukturelle Immunität ist kein Zufall, sondern ein Ergebnis der evolutionären Spezialisierung des Käfers. Wie Macek et al. (2017, Ecological Applications) dokumentieren, hat sich Ips typographus über Jahrmillionen an die spezifische Biochemie der Fichtenrinde angepasst. Ein Wechsel auf Laubbäume ist evolutionsbiologisch nicht zu erwarten.

Chemische Abwehr: Paulownin und Sesamin

Über die biologische Inkompatibilität hinaus verfügt Paulownia über ein eigenständiges chemisches Verteidigungssystem. Forschungsarbeiten des Instituts für Molekularbiologie an der Universität Posen (Sławińska et al., 2023, International Journal of Molecular Sciences) identifizierten mehrere bioaktive Verbindungen in Paulownia-Gewebe:

Paulownin und Sesamin sind Lignane, die nachweislich antimikrobielle und insektenabweisende Eigenschaften besitzen. C-geranylierte Flavonoide, Verbascoside und Iridoide ergänzen dieses Spektrum. Diese Sekundärmetabolite bilden eine natürliche chemische Barriere gegen Fraßinsekten und holzzerstörende Pilze.

Eine Studie in der Fachzeitschrift Forests (MDPI, 2023, Band 14, Ausgabe 11) bestätigte diese Befunde durch Tests an Heartwood-Extrakten: Hexan- und Chloroform-Fraktionen aus Paulownia-Kernholz zeigten signifikante Wirksamkeit gegen die holzzerstörenden Pilze Trametes versicolor und Fomitopsis palustris sowie messbare Termitenresistenz.

Freilandversuche in Deutschland bestätigen Resistenz

Die Technische Universität München untersuchte Paulownia unter bayerischen Freilandbedingungen. Stimm, Stiegler, Genser, Wittkopf und Mosandl (2013, Lehrstuhl für Waldbau) stellten fest: Die Baumart erweist sich bislang gegen Krankheiten als sehr widerstandsfähig und auch resistent gegen Insektenbefall. Diese Beobachtung deckt sich mit den Ergebnissen der Universität Göttingen, wo Wollenzien (2021, Dissertation unter Prof. Dr. Achim Dohrenbusch) die Schädlingsresistenz von Paulownia unter mitteleuropäischen Bedingungen als prüfungsrelevantes Merkmal bestätigte.

Unter mitteleuropäischen Bedingungen sind bisher keine signifikanten Schädlings- oder Krankheitsausbrüche bei Paulownia dokumentiert.

Die Fichte: Ein Baum am Limit

Zum Vergleich: Der Waldzustandsbericht 2024 des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz zeigt, dass nur noch 21 Prozent der deutschen Fichten ohne Kronenverlichtung sind. 39 Prozent weisen starke Schäden auf. Die Gesamtschadholzmenge durch Borkenkäfer und Extremwetter beläuft sich auf 308 Millionen Festmeter seit 2018, der wirtschaftliche Schaden auf rund 13 Milliarden Euro (DFWR/DStGB).

Die Ursache ist ein Teufelskreis: Trockenstress schwächt die Harzproduktion der Fichte — ihren einzigen Abwehrmechanismus gegen Borkenkäfer. Steigende Temperaturen ermöglichen dem Käfer zwei statt einer Generation pro Jahr. Fichtenmonokulturen bieten dem Schädling ideale Ausbreitungsbedingungen.

„Die Fichte war der Brotbaum der deutschen Forstwirtschaft. Aber ein Baum, der bei 35 Grad aufhört, sich gegen Insekten zu wehren, hat in einem wärmeren Mitteleuropa keine Zukunft", erklärt Dirk Roethig. „Paulownia kombiniert Hitzeresistenz bis 45 Grad mit einer natürlichen chemischen Insektenabwehr. Das ist kein Marketingversprechen — das ist Biochemie."

Differenzierte Betrachtung: Paulownia ist nicht schädlingsfrei

Wissenschaftliche Redlichkeit erfordert die Anmerkung, dass Paulownia in ihren Herkunftsgebieten (China, Japan, Korea) durchaus von spezifischen Schädlingen betroffen sein kann. Die Hexenbesen-Krankheit (Witches’ Broom), verursacht durch Mykoplasmen und übertragen durch die Zwergzikade Empoasca flavescens, kann in Nordchina bei vier- bis fünfjährigen Bäumen Befallsraten von 50 bis 80 Prozent erreichen (PMC, 2024).

Für Europa ist diese Krankheit bisher nicht nachgewiesen. Die klimatischen Bedingungen und das Fehlen des spezifischen Überträgervektors machen einen Ausbruch unter mitteleuropäischen Verhältnissen derzeit unwahrscheinlich. Dennoch mahnen Forstwissenschaftler zur Vorsicht bei großflächigem Anbau und empfehlen ein begleitendes Monitoring.

Investitionsthese: Biologischer Schutz als Renditefaktor

Für VERDANTIS Impact Capital ist die Schädlingsresistenz von Paulownia ein wesentlicher Bestandteil der Risikobewertung. Während Fichteninvestments durch Borkenkäferbefall innerhalb weniger Monate entwertet werden können, bietet Paulownia einen natürlichen biologischen Schutz, der das Ausfallrisiko strukturell minimiert.

„Investoren fragen uns immer nach dem Risiko. Bei Paulownia ist die Antwort: Dürre ab minus 20 Grad Dauerfrost ist das Risiko. Insektenbefall gehört nicht dazu — und das ist wissenschaftlich belegt", so Roethig.

Weitere Informationen zu Dirk Roethig und VERDANTIS Impact Capital: https://dirkroethig.com

Wissenschaftliche Quellen und weiterführende Analysen: https://verdantis.capital

Quellenverzeichnis

  • Stimm, B.; Stiegler, J.; Genser, C.; Wittkopf, S.; Mosandl, R. (2013): Paulownia — Hoffnungsträger aus Fernost? TU München, Lehrstuhl für Waldbau.

2. Wollenzien, R. (2021): Risiken und Chancen des Paulownia-Anbaus unter mitteleuropäischen Bedingungen. Dissertation, Universität Göttingen.

3. Sławińska, N. et al. (2023): Paulownia Organs as New Sources of Bioactive Compounds. International Journal of Molecular Sciences, PMC.

4. MDPI Forests (2023): Biological Activities in Sapwood and Heartwood Extractives from Paulownia tomentosa. Forests 14(11), 2171.

5. Macek, M. et al. (2017): Life and death of Picea abies after bark-beetle outbreak. Ecological Applications, Wiley.

6. BMLEH (2024): Waldzustandserhebung 2024. Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz.

7. DFWR/DStGB (2021): Extremwetterereignisse 2018-2020 — 13 Mrd. EUR Schäden.

Über Dirk Roethig

Dirk Roethig ist CEO und Gründer von VERDANTIS Impact Capital. Er verfügt über mehr als zwei Jahrzehnte Erfahrung in der Unternehmensfinanzierung und im Impact Investing. Profil: https://dirkroethig.com

Über VERDANTIS Impact Capital

VERDANTIS Impact Capital investiert in nachhaltige Forstwirtschaft und CO₂-negative Wertschöpfungsketten in Europa. Das Unternehmen verbindet wissenschaftlich fundierte Projektauswahl mit messbarer Klimawirkung. Weitere Informationen: https://verdantis.capital

Pressekontakt:

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Dirk Roethig

E-Mail: info@verdantis.capital

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