„In Fort Breendonk, dem ehemaligen KZ bzw. Auffanglager, habe ich einen Tierstall gesehen. Was vielen vielleicht zunächst nicht so schlimm vorkommen würde: Die Tiere hatten ‚Menschennamen‘, während die Gefangenen, die sich um die Tiere kümmern mussten, nur Nummern oder Symbole hatten. Das hat mir gezeigt, wie herabwürdigend und menschenverachtend die Lage und der Zustand dort waren.“
„In der Kazerne Dossin waren vier Stockwerke. Je höher man die Treppen hochläuft, desto schlimmere, gewaltsamere und brutalere Bilder sieht man. Nach dem zweiten Stockwerk habe ich mir nicht mehr zugetraut, weiter hochzulaufen.“
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Islamische Gemeinde Herne-Röhlinghausen
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Selbstverständnis und ZielsetzungUnsere Ziele sind:
• Förderung gleichberechtigter Teilhabe: Wir unterstützen die soziale Integration und Inklusion aller Adressat:innen in die Gemeinschaft.
• Stärkung der Selbstbestimmung: Wir befähigen die Adressat:innen, ihr Leben selbstbestimmt und eigenverantwortlich zu führen und zu gestalten.
• Persönlichkeitsentfaltung: Wir schaffen und fördern Möglichkeiten zur Entfaltung der eigenen Persönlichkeit.
• Bildung und Soziales Lernen: Wir unterstützen den Erwerb von Bildung, der sowohl soziales Lernen als auch die Entwicklung von Fähigkeiten, Fertigkeiten und Wissen umfasst.
Um Kinder und Jugendliche in ihrer Entwicklung zu stärken, berücksichtigen wir auch ihre familiären Lebensbezüge. Unsere Einrichtungen und Angebote richten sich primär an Kinder und Jugendliche, jedoch beziehen wir durch unsere lebensweltorientierte Perspektive auch deren Eltern in ausgewählte Projekte mit ein.
Die MJR setzt sich dafür ein, die Resilienz von Kindern und Jugendlichen gegen Extremismus zu stärken. Dies umfasst Maßnahmen wie Aufklärung über extremistische Strategien, die Förderung sozialer Bindungen, die Entwicklung von Konfliktlösungsfähigkeiten, die Stärkung der Identität und des Selbstwertgefühls sowie den Zugang zu unterstützenden Ressourcen.
Die MJR versteht Radikalisierung als einen komplexen Prozess, der nicht ausschließlich im religiösen Umfeld entsteht. Sie erkennt, dass labile Persönlichkeiten, Bildungslücken und gestörte Familienstrukturen zwar Faktoren sein können, aber nicht zwangsläufig zur Radikali-sierung führen müssen. Eine gemeinsame Identifikation unter radikalisierenden Jugendlichen ist laut Analysen die mangelnde religiöse Bildung. Die MJR betont, dass 30 Prozent der betroffenen Jugendlichen bereits Vorstrafen haben, was darauf hinweist, dass es sich weniger um eine radikalisierende islamische Bewegung handelt, sondern vielmehr um die Islamisie¬rung der Radikalität selbst. Dennoch erkennt die MJR die Notwendigkeit, dass Moschee¬gemeinden verstärkt präventive Maßnahmen ergreifen müssen, um gefährdete Familien und Jugendliche anzusprechen. Dabei legt sie besonderen Wert darauf, Jugendliche mit den Grundwerten des Grundgesetzes vertraut zu machen, wie die Unantastbarkeit der Menschen¬würde, die Gleichberechtigung von Mann und Frau, die Religions- sowie die Meinungs-, Presse- und Kunstfreiheit. Dies betrachtet die MJR als eine essenzielle Aufgabe, um die Werteordnung unserer Gesellschaft zu vermitteln und somit eine nachhaltige Prävention gegen Radikalisierung zu fördern.














