Das war knapp: Eintracht Braunschweig sichert trotz der 0:1-Niederlage bei Meister Schalke 04 die 2. Bundesliga
Autor: Jürgen Roland Keuneke (JURO/ IGC-Sportagentur))
Eintracht Braunschweig stemmte sich in Gelsenkirchen vor 62.000 Zuschauern am letzten Spieltag bis zum Spielende sichtbar gegen eine Niederlage gegen den bereits feststehenden Zweitliga-Meister Schalke 04, konnte aber das Führungstor der Knappen aus der ersten Halbzeit nicht mehr ausgleichen. Somit waren die Löwen auf die Ergebnisse der anderen Abstiegskandidaten angewiesen. Schließlich konnte der BTSV nur aufgrund eines besseren Torverhältnisses die Klasse sichern und beendet die Saison 2025/2026 auf Platz 15 der Tabelle.
In der in der Abstiegszone wohl engsten Fußball-Zweitligasaison aller Zeiten war für mehrere Teams alles drin – von Platz 12 bis Platz 17 (Preußen Münster stand bereits als Absteiger fest). Mitten drin waren noch die Braunschweiger, die im Gelsenkirchner Stadion wenigstens einen Punkt holen wollten durch ihre positive tabellarische Ausgangssituation gegenüber den Wettbewerbern aus Fürth, Bielefeld und Düsseldorf.
Der blau-gelbe Trainer Kornetka nahm im Team gegenüber dem Heimsieg gegen Dynamo Dresden 3 Änderungen in der Startelf vor. Hoti, Gomez und Mijatovic standen neu von Anfang an auf dem Rasen. Dafür mussten Frenkert, Marie und Yardimci auf der Bank Platz nehmen. Der Meister wollte im letzten Spiel in Liga 2 dem eigenen Anhang noch etwas bieten und den Fans ein spielerisches „Danke“ präsentieren. Ihr Coach Muslic brachte gegenüber dem letzten Auswärtsspiel für V. Becker und Sanchez die Spieler Ndiaye und den ehemaligen Braunschweiger Kurucay in seiner Anfangs-Formation.
Braunschweig wollte den mächtigen Gegner von Anfang an unter Druck setzen und durch starkes Anlaufen stressen. Gefällig spielten die Löwen in der Anfangszeit bis zum Strafraum und machten die Schalker wach. Somit war es etwas überraschend, dass aber Schalke die erste Torchance hatte. Becker passte hier in den Strafraum des BTSV und fand dort seinen Spielmacher El Faouzi, der beim Abschluss aber nur an den Pfosten des Tores vom Löwen-Keeper Hoffmann knallte (11.). Nach der ersten Viertelstunde kamen die Schalker grundsätzlich besser ins Spiel- der Anfangselan des BTSV ließ deutlich nach. Dabei rettete Innenverteidiger Ehlers sein Team in bereits der 13. Minute bei einer Chance von Sylla. 4 Minuten später zeigte sein Keeper Hoffmann seine Klasse bei einem Schuss aus dem Strafraum von Aouchiche. Die erste richtige Eintracht-Chance kreierte danach der blau-gelbe Stratege Tempelmann, doch Schalkes Keeper Karius hatte mit dem Schuss hier keine Probleme.
Die zahlreichen Braunschweiger Auswärts-Fans im Stadion (über 6000) feierten dann in der 27. Spielminute vorschnell ein Führungstor ihrer Mannschaft, als Rechtsaußen Kaufmann – im Strafraum rechts von den Schalkern völlig allein gelassen – sehenswert volley im Schalker Tor unterbrachte. Karius hatte hier keine Abwehrchance mehr. Allerdings wurde der Treffer danach aberkannt, da Assit-Geber Alidou links außen bereits knapp im Abseits gestanden hatte. Nun spielte die Schalke hinten vorsichtiger und die Eintracht weniger offensiv. Trotzdem gingen die Knappen dann in der 36. Minute in Führung, als Hoffmann zwar einen Schuss aus nächster Nähe aus dem Strafraum von Sylla parieren konnte, aber das Leder nur nach rechts abwehrte. Aouchiche war dort freistehend zur Stelle und staubte unhaltbar ab.
Vor der Pause war das Spiel nun offen, denn Braunschweig forcierte noch einmal das Angriffsspiel und Schalke konterte mehrmals stark. Dabei verfehlte Becker in der 40. Spielminute knapp das Braunschweiger Tor. In der Nachspielzeit hätte Alidou für die Löwen noch ausgleichen können, verfehlte aber Kaufmanns starke Hereingabe vor dem Fünfmeterraum im Hereinrutschen nur um Millimeter. So war Schalke froh, mit einer knappen Führung zum Pausen-Tee gehen zu können. Braunschweig hatte bisher trotz des Rückstandes ein mutiges Auswärtsspiel gezeigt.
In der zweiten Hälfte kamen die Löwen aber anfangs nicht mehr so gut ins eigene Spiel. Mussten sich in der 51. Minute dann gar bei Keeper Hoffmann bedanken, der ein zweites Schalker Tor glänzend verhinderte. Nach einer von vielen Ecken für die Königsblauen war Sylla frei im Strafraum zum Abschluss gekommen, den der BTSV-Torsteher aber aus kurzer Distanz noch abwehren konnte. Die Schalker ließen im eigenen Strafraum erst einmal überhaupt nichts mehr anbrennen, stellten den gegnerischen Angreifern mehrmals eine Abseitsfalle. Die Knappen schienen erst einmal zufrieden damit zu sein, die knappe Führung zu verwalten. Dem BTSV fiel nicht mehr viel ein vorm gegnerischen Strafraum. In der 71. Minute musste dann beim Meister ein Standard dafür herhalten, Torgefahr zu erzeugen. Aouchiche knallte dabei einen Freistoß an Hoffmanns Kasten vorbei. Beim BTSV strahlte nur der eingewechselte Yardimci Torgefahr aus. Seine größte Torchance hatte er in der 72. Minute, als er rechts in den königsblauen Strafraum eindringen konnte und schließlich am Tor vorbeizielte. Hier wäre aber auch die alternative Chance für ihn da gewesen, noch einen besser postierten Mitspieler anzuspielen. Nicht nur hier traf der BTSV bei finalen Abschluss-Möglichkeiten nicht die richtigen Entscheidungen.
In der Schlussphase des Spiels zog sich der BTSV zurück, wohl auch aufgrund der Spielstände auf den anderen Plätzen. Das aktuelle Torverhältnis sollte gesichert werden, kein zweites Tor der Schalker mehr fallen. Denn die versuchten das nun noch: Becker zielte bei einer guten Möglichkeit über Hoffmanns Tor (79.). Innenverteidiger Ehlers klärte dann abschließend in der 85. Minute spektakulär vor dem eingewechselten Schalker Goalgetter Dzeko. In der restlichen Spielzeit (inklusive 3 Minuten Nachspielzeit) passierte im Spiel dann nichts mehr. Der Krimi für das Löwen-Fanlager in Gelsenkirchen fand zum Ende der Saison für Team und Fans der Eintracht durch die Ergebnisse auf den anderen Plätzen schließlich ein Happy End.
Aufstellung Schalke 04:
Karius – T. Becker, Ayhan (72. Katic), Kurucay, Ndiaye (66. V. Becker) – El Faouzi, Schallenberg – Ljubicic (66. Dzeko), Karaman, Aouchiche (81. Gantenbein) – Sylla (81. Antwi)
Aufstellung Eintracht Braunschweig:
Hoffmann – Aydin, Ehlers, Hoti, Sanchez – Flick – Kaufmann (66. Heußer), Tempelmann, Gomez – Mijatovic (46. Yardimci), Alidou (78. Opoku)
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