Update WpHG: StoFöG, BRUBEG und Product-Governance prägen die Compliance-Praxis 2026

Die regulatorischen Anforderungen im Wertpapiergeschäft entwickeln sich kontinuierlich weiter. Mit dem Standortförderungsgesetz (StoFöG), dem Bürokratieentlastungsgesetz (BRUBEG), neuen Vorgaben zur Product-Governance sowie den geplanten Änderungen durch die Retail Investment Strategy (RIS) stehen Banken und Finanzdienstleister vor einer Vielzahl neuer Umsetzungs- und Prüfungsanforderungen. Gleichzeitig rücken Themen wie Nachhaltigkeitspräferenzen, Geeignetheitsprüfung, Taping und Kapitalmarkt-Compliance verstärkt in den Fokus von Aufsicht und Prüfungspraxis. Für Institute wird es zunehmend wichtiger, regulatorische Entwicklungen frühzeitig einzuordnen und bestehende Prozesse an die aktuellen Anforderungen anzupassen.

Regulatorische Neuerungen verändern das Wertpapiergeschäft

Die Weiterentwicklung von MiFID II und MiFIR, zahlreiche Level-II- und Level-III-Maßnahmen sowie nationale Gesetzesinitiativen führen zu einer wachsenden Komplexität im Wertpapieraufsichtsrecht. Das Standortförderungsgesetz bringt unter anderem Änderungen bei Anzeigepflichten, Sachkundeanforderungen und im Prospektrecht mit sich. Parallel dazu beeinflussen neue regulatorische Vorgaben die Gestaltung von Beratungsprozessen, die Produktüberwachung sowie die Dokumentation von Kundeninteraktionen.

Auch die geplante Retail Investment Strategy wird voraussichtlich weitreichende Auswirkungen auf Produktvertrieb, Kosten- und Zuwendungstransparenz sowie die Product-Governance haben. Ergänzend gewinnen Themen wie ESG-Regulatorik, Nachhaltigkeitspräferenzen und neue Transparenzanforderungen weiter an Bedeutung.

Aufsichts- und Prüfungspraxis stellt Institute vor Herausforderungen

Für Compliance-Verantwortliche, Rechtsabteilungen und Fachbereiche ergeben sich daraus erhebliche Anforderungen bei der praktischen Umsetzung regulatorischer Vorgaben. Die Aufsicht legt zunehmend Wert auf belastbare Prozesse bei Geeignetheitsprüfungen, Zielmarktdefinitionen, Produktüberwachung und der Berücksichtigung von Nachhaltigkeitspräferenzen in der Anlageberatung.

Darüber hinaus stehen Institute vor der Aufgabe, neue Entwicklungen im Transaktionsmeldewesen, bei systematischen Internalisierern sowie im Bereich Marktmissbrauchsregulierung zu berücksichtigen. Auch aktuelle Marktuntersuchungen, Mystery Shopping-Aktivitäten und die fortlaufende Weiterentwicklung der MaComp beeinflussen die Prüfungslandschaft nachhaltig.

Inhalte des Seminars

Das Intensiv-Seminar „Update WpHG – BRUBEG, StoFöG, Taping, Product-Governance und Co.“ vermittelt einen praxisorientierten Überblick über aktuelle regulatorische Entwicklungen und deren Auswirkungen auf die Umsetzung im Wertpapiergeschäft.

Im Seminar werden unter anderem folgende Themen behandelt:

  • Änderungen durch StoFöG und BRUBEG
  • Aktuelle Anforderungen an Taping und Dokumentation
  • Product-Governance und Zielmarktüberwachung
  • Produktinterventionen und Value-for-Money-Anforderungen
  • Geeignetheitsprüfung nach MaComp
  • Nachhaltigkeitspräferenzen in der Anlageberatung
  • ESG-Regulatorik und Sustainable Finance
  • ELTIF 2.0 und neue Anforderungen für Privatkunden
  • MiFIR-Reviews und Transaktionsmeldewesen
  • Entwicklungen im Bereich Kapitalmarkt-Compliance
  • Retail Investment Strategy und deren Auswirkungen auf Institute
  • Verantwortung und Transparenzanforderungen bei Finfluencern

Für welche Zielgruppen das Thema relevant ist

Das Seminar richtet sich insbesondere an Fach- und Führungskräfte aus Banken und Finanzdienstleistungsinstituten. Dazu zählen Verantwortliche aus Wertpapier- und MaRisk-Compliance, Rechtsabteilungen, Revision, Vertriebsmanagement sowie Produktmanagement. Ebenso angesprochen sind Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte, Justiziare, Wirtschaftsprüferinnen und Wirtschaftsprüfer sowie Verbandsvertreter mit Schwerpunkt Kapitalmarkt- und Aufsichtsrecht.

Referierende

Frank Michael Bauer ist Rechtsanwalt und Senior Manager bei KPMG Law. Seine Beratungsschwerpunkte liegen im Bank- und Wertpapieraufsichtsrecht, in der MiFID-II- und MiFIR-Regulatorik sowie im Bereich ESG und Compliance. Zuvor war er in verschiedenen Führungsfunktionen innerhalb der Sparkassen-Finanzgruppe tätig.

Chantal Stiefermann ist Leiterin Compliance bei der Taunus Sparkasse. Sie verfügt über langjährige Erfahrung im Aufsichtsrecht und verantwortet verschiedene Compliance-Funktionen. Darüber hinaus engagiert sie sich in der Qualifizierung angehender Compliance-Beauftragter und veröffentlicht regelmäßig Fachbeiträge zu aktuellen Compliance-Themen.

Das Seminar „Update WpHG – BRUBEG, StoFöG, Taping, Product-Governance und Co.“ findet am 22. Juli 2026 als Online-Veranstaltung statt. Weitere Informationen: https://www.akademie-heidelberg.de/seminar/update-wphg

Veröffentlicht von:

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