Mit der zunehmenden Verbreitung von Krypto-Assets und virtuellen Währungen wachsen auch die Anforderungen an die Geldwäscheprävention. Finanzinstitute, Compliance-Abteilungen und andere verpflichtete Unternehmen sehen sich mit neuen Risiken, komplexen Transaktionsstrukturen und einem sich kontinuierlich weiterentwickelnden regulatorischen Rahmen konfrontiert. Europäische Vorgaben wie MiCAR, die AML-Verordnung (AMLR) sowie neue Transparenzanforderungen im Zusammenhang mit digitalen Vermögenswerten verändern die Anforderungen an Governance, Kundensorgfalt und Transaktionsüberwachung nachhaltig. Vor diesem Hintergrund gewinnt fundiertes Wissen über Krypto-Geldwäscheprävention zunehmend an Bedeutung.
Neue regulatorische Anforderungen im Kryptomarkt
Mit der Regulierung von Krypto-Dienstleistern und der stärkeren Einbindung virtueller Vermögenswerte in bestehende Aufsichtsstrukturen stehen Unternehmen vor der Aufgabe, neue rechtliche Vorgaben in bestehende Compliance- und Geldwäschepräventionssysteme zu integrieren. Dabei spielen insbesondere MiCAR, AMLR, AMLD6, die Travel Rule sowie internationale Standards der FATF eine zentrale Rolle.
Neben klassischen Sorgfaltspflichten rücken auch Themen wie DAC8, OECD-CARF, Anforderungen an Krypto-Asset-Service-Provider (CASP) sowie die Zusammenarbeit mit Aufsichts- und Strafverfolgungsbehörden stärker in den Fokus. Unternehmen müssen ihre Prozesse anpassen, um regulatorische Risiken frühzeitig zu erkennen und angemessen zu steuern.
Herausforderungen bei KYC, Transaktionsmonitoring und Risikobewertung
Die Geldwäscheprävention im Umfeld virtueller Währungen unterscheidet sich in wesentlichen Punkten von traditionellen Finanztransaktionen. Wallet-Strukturen, grenzüberschreitende Transfers, Cross-Chain-Bridges oder die Nutzung von Mixing-Diensten erschweren die Nachvollziehbarkeit von Zahlungsströmen.
Gleichzeitig entwickeln sich neue Betrugsmuster und Risikoszenarien. Dazu zählen unter anderem Investment- und Romance-Scams mit Krypto-Bezug, sogenannte Pig-Butchering-Modelle, Sanktionsumgehungen sowie KI- und Deepfake-gestützte Umgehungsversuche im Rahmen von KYC-Prozessen. Für Unternehmen entsteht daraus ein erhöhter Bedarf an risikoorientierter Analyse, wirksamen Kontrollmechanismen und belastbaren Dokumentationsprozessen.
Inhalte des Seminars
Das Seminar „Basis-Wissen: Krypto, virtuelle Währungen und Geldwäscheprävention“ vermittelt die regulatorischen und technischen Grundlagen der Krypto-AML-Compliance. Behandelt werden unter anderem folgende Themen:
- Grundlagen zu Bitcoin, Blockchain und virtuellen Vermögenswerten im AML-Kontext
- Customer Lifecycle von KYC über Onboarding bis Offboarding
- Risikoorientierte Überwachung von Transaktionen
- Verstärkte Sorgfaltspflichten bei Hochrisikokunden
- Herkunft-der-Mittel-Prüfungen und Wallet-Analysen
- Interne Sicherungsmaßnahmen und Governance-Anforderungen
- Travel Rule und deren operative Umsetzung
- Blockchain-Analytics und On-Chain-Analyse
- Verdachtsmeldungen und Zusammenarbeit mit der Financial Intelligence Unit (FIU)
- Aktuelle Aufsichtsschwerpunkte und regulatorische Entwicklungen
- Typologien, Red Flags und aktuelle Geldwäsche- und Betrugsrisiken im Kryptoumfeld.
Relevanz für Compliance, Geldwäscheprävention und Revision
Die zunehmende Regulierung von Krypto-Assets betrifft nicht nur spezialisierte Marktteilnehmer. Auch Kreditinstitute, Finanzdienstleister und andere Verpflichtete nach dem Geldwäschegesetz müssen ihre Risikoanalysen und Kontrollsysteme an neue Entwicklungen anpassen. Insbesondere Mitarbeitende in den Bereichen Compliance, Geldwäscheprävention, Revision, Recht und Beauftragtenwesen benötigen ein Verständnis der spezifischen Risiken virtueller Vermögenswerte und der daraus resultierenden organisatorischen Anforderungen.
Das Seminar richtet sich daher an Geldwäschebeauftragte, Mitarbeitende aus den Bereichen AML, Compliance, Revision, Rechtsabteilung, Zentrale Stelle sowie weitere Fachkräfte mit geldwäscherechtlichen Fragestellungen und Berührungspunkten zu Krypto-Assets.
Referenten
Jan-Eric Dippel ist Managing Director und verantwortlich für den Bereich FS Consulting & Assurance bei der Digital Ethics Compliance und Consulting GmbH. Seine fachlichen Schwerpunkte liegen in den Bereichen Regulierung, Geldwäscheprävention, Betrugsprävention sowie digitale Technologien wie Blockchain, Künstliche Intelligenz und Krypto-Verwahrung.
Johann-Alexander Klöpper ist Manager im Bereich Financial Services Regulatory & Compliance bei der KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft. Er verfügt über umfangreiche Projekterfahrung in den Bereichen Anti-Money-Laundering, Kapitalmarkt-Compliance und regulatorische Anforderungen im Umfeld von Digital Assets und Blockchain-Technologien.
Das Seminar findet am 10. September 2026 als Online-Veranstaltung statt. Weitere Informationen: https://www.akademie-heidelberg.de/seminar/basis-wissen-krypto-virtuelle-waehrungen-und-geldwaeschepraevention
Veröffentlicht von:
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