Noch laufen die Ermittlungen, dennoch werden bereits weitreichende politische Forderungen diskutiert. Der BVCP plädiert für klare Trennung zwischen gesicherten Erkenntnissen und politischer Bewertung.Ermittlungen müssen Vorrang vor politischen Schlussfolgerungen haben
Der Bundesverband Copter Piloten e. V. (BVCP) verfolgt die Ermittlungen nach dem Vorfall am Flughafen Leipzig/Halle mit großer Aufmerksamkeit. Sollte sich bestätigen, dass eine Drohne gezielt für einen kriminellen oder terroristischen Zweck eingesetzt wurde, müssen die Verantwortlichen mit der vollen Härte des Rechtsstaates verfolgt werden.
Gerade deshalb hält der BVCP es für unerlässlich, dass die laufenden Ermittlungen unabhängig, sorgfältig und ohne politische Vorfestlegungen geführt werden.
Noch bevor die Ermittlungsbehörden ihre Untersuchungen abgeschlossen haben und bislang weder Täter noch Hintergründe öffentlich feststehen, werden bereits weitreichende sicherheitspolitische Schlussfolgerungen diskutiert. Aus Sicht des BVCP sollte zwischen gesicherten Erkenntnissen, offenen Ermittlungsfragen und politischen Bewertungen klar unterschieden werden.
„Wer Drohnen für Straftaten oder gar terroristische Zwecke missbraucht, muss mit der vollen Härte unseres Rechtsstaates rechnen. Gerade deshalb sollten Ermittlungen zunächst unabhängig und ohne politische Vorfestlegungen abgeschlossen werden. Politische Konsequenzen müssen auf gesicherten Tatsachen beruhen – nicht auf Vermutungen. Diese rechtsstaatliche Reihenfolge ist gerade in sicherheitspolitisch sensiblen Zeiten von besonderer Bedeutung."
Kerstin Bach
Vorstand des Bundesverband Copter Piloten e. V.
Der BVCP erinnert daran, dass bereits in der Vergangenheit zahlreiche öffentlich diskutierte Drohnensichtungen sehr früh mit geopolitischen Zusammenhängen in Verbindung gebracht wurden. Nicht alle dieser Vermutungen konnten später bestätigt werden. Unabhängig vom Ausgang der Ermittlungen hatten diese Debatten jedoch erhebliche Auswirkungen auf die öffentliche Wahrnehmung der gesamten zivilen Drohnenbranche.
Verantwortungsbewusste Fernpiloten, Unternehmen, BOS-Organisationen und ehrenamtliche Einsatzkräfte gerieten dadurch teilweise unter einen Generalverdacht, obwohl sie ihre Drohnen rechtmäßig und im Einklang mit den geltenden Vorschriften betreiben.
Der BVCP stellt sich ausdrücklich hinter alle notwendigen Maßnahmen zum Schutz der öffentlichen Sicherheit und unterstützt eine konsequente strafrechtliche Verfolgung möglicher Täter. Gleichzeitig appelliert der Verband an Politik und Öffentlichkeit, die Ergebnisse der laufenden Ermittlungen abzuwarten, bevor weitreichende politische oder sicherheitspolitische Schlussfolgerungen gezogen werden.
Ein funktionierender Rechtsstaat lebt davon, dass zunächst Beweise erhoben, anschließend bewertet und erst danach politische Konsequenzen gezogen werden. Nicht umgekehrt.
Der BVCP wird die weiteren Ermittlungen aufmerksam begleiten und sich weiterhin für eine sachliche, faktenbasierte Diskussion über den Einsatz unbemannter Luftfahrtsysteme einsetzen.
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Der Bundesverband Copter Piloten e.V. (BVCP) ist der im deutschen Sprachraum größte Dachverband für Copter-Piloten als Steuerer von Unmanned Aerial Vehicles (UAV) sowie für Unternehmen, die sich dem Betrieb, der Entwicklung, Herstellung oder dem Vertrieb von Unmanned Aerial Systems (UAS) widmen. Bei uns steht der Copter-Pilot im Mittelpunkt. Wir vertreten deren Interessen und fördern den Einsatz von Multicoptern bzw. Unmanned Aerial Systems (UAS) zu gewerblichen oder privaten Zwecken in der Bundesrepublik Deutschland sowie auf europäischer und globaler Ebene.Unbemannte Flugsysteme werden oft auch als Drohne bezeichnet und sind in Deutschland sehr beliebt. Inzwischen haben sich bereits viele neue wirtschaftliche Einsatzfelder gezeigt, die die ökonomische Nutzung von Drohnen weiter voran treibt. Immer neue Modelle und Nutzungsmöglichkeiten für Drohnen entstehen. Der Markt wächst exponentiell und damit auch die kontroversen Diskussionen.
Im Luftraum über Deutschland ergibt sich inzwischen eine ganz neue Situation. Der Entwicklung von Sicherheitsrichtlinien kommt hier eine entscheidende Rolle
zu. Dabei gilt es, die unterschiedlichen Interessen wirtschaftlicher Unternehmen und behördlicher Einrichtungen, sowie die der privaten Nutzer mit dem Sicherheits- und Schutzbedürfnis der Allgemeinheit in Einklang zu bringen. Der BVCP bildet hier eine der wichtigsten Schnittstellen zwischen den Copter-Piloten, der Politik und der Öffentlichkeit - für ein wertvolles Miteinander.
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