Digitoll ab September: Exporteure nach Norwegen müssen sich auf neue Zollvorgaben vorbereiten

Ab 15. September gelten in Norwegen neue Zollvorgaben. Erst 25 bis 30 Prozent der Straßentransporte sind über Digitoll registriert – Customs Support Group warnt vor Verzögerungen an der Grenze.Ab dem 15. September 2026 verändert Norwegen mit Digitoll die Abwicklung von Wareneinfuhren grundlegend. Die neuen Vorgaben betreffen auch Unternehmen in der EU und anderen europäischen Ländern, die Waren nach Norwegen liefern. Die Customs Support Group (CSG), Europas führender unabhängiger Anbieter von Zollabfertigungs- und Handelslösungen, warnt: Viele Unternehmen unterschätzen noch, wie weitreichend die Umstellung ist – und wie wenig Zeit für die Vorbereitung auf die erste verpflichtende Stufe bleibt.

Die wirtschaftliche Bedeutung ist erheblich: 2025 exportierten Unternehmen aus der Europäischen Union Waren im Wert von rund 64 Milliarden Euro nach Norwegen. Das Land war damit der siebtgrößte Abnehmer von EU-Waren außerhalb der Union. Allein aus Deutschland importierte Norwegen 2025 Waren im Wert von umgerechnet rund 12 Milliarden Euro.

Zehn-Tage-Puffer entfällt ab März 2027

Norwegen stellt die Zollabwicklung in zwei Schritten auf Digitoll um. Zum 15. September 2026 treten zunächst digitale Melde- und Informationspflichten in Kraft. Ab dem 1. März 2027 muss zusätzlich die Zollanmeldung spätestens beim Grenzübertritt vorliegen. Gleichzeitig entfällt die bisherige Direkttransportregelung: Waren konnten bislang unter bestimmten Voraussetzungen zunächst zum Empfänger transportiert und innerhalb von zehn Tagen angemeldet werden.

Künftig müssen also zollrelevante Informationen deutlich früher vorliegen und zwischen Exporteuren, Importeuren, Transportdienstleistern und Zollvertretern abgestimmt werden.

„Digitoll ist nicht nur ein Thema für norwegische Importeure. Auch Exporteure und Logistikunternehmen in ganz Europa müssen ihre eingespielten Prozesse anpassen und sicherstellen, dass die notwendigen Daten rechtzeitig zur Verfügung stehen", sagt Knut Espen Johansen, Managing Director der Customs Support Group in Norwegen. „In gewisser Weise ist Digitoll ein Mini-Brexit für Norwegen: Innerhalb vergleichsweise kurzer Zeit ändern sich grundlegende Abläufe im grenzüberschreitenden Warenverkehr."

Transporteure übernehmen Schlüsselrolle

Eine zentrale Rolle kommt den Transportunternehmen zu: Der Betreiber des Transportmittels ist rechtlich für die digitale Meldung der Transportinformationen verantwortlich, während die Zollanmeldung beim Importeur beziehungsweise Wareninhaber liegt. Damit müssen mehrere Beteiligte innerhalb kurzer Zeit vollständige Datensätze austauschen. Fehlen Angaben oder werden sie zu spät übermittelt, können Verzögerungen beim Grenzübertritt die Folge sein.

Wie groß der Handlungsbedarf noch ist, zeigen aktuelle Zahlen: Obwohl Digitoll bereits genutzt werden kann, waren Mitte 2026 erst rund 25 bis 30 Prozent der täglichen Straßentransporte nach Norwegen über das System registriert. Bei See-, Luft- und Schienentransporten lag die Nutzung noch deutlich niedriger.

„Viele norwegische Speditionen und Zollabfertiger sind bereits vorbereitet. Die größere Herausforderung sehen wir bei ausländischen Transporteuren, die einen erheblichen Teil der Sendungen nach Norwegen befördern", sagt Kristoffer Eriksen, Senior Customs Consultant bei der Customs Support Group in Norwegen. „Dort ist das Bewusstsein für Digitoll teilweise noch gering. Genau hier besteht noch erheblicher Nachholbedarf."

Digitoll steht für eine europaweite Entwicklung

„Wir sehen in immer mehr europäischen Ländern, dass sich Zollabwicklung von einem nachgelagerten Prozess zu einer vorgelagerten Datenaufgabe entwickelt", sagt John Wegman, CEO der Customs Support Group. „Digitoll ist dafür ein besonders konsequentes Beispiel. Unternehmen, die grenzüberschreitend handeln, müssen deshalb nicht nur ihre Zollprozesse, sondern zunehmend auch ihre Datenflüsse entlang der gesamten Lieferkette im Blick behalten."

CSG unterstützt Unternehmen bei der Vorbereitung auf Digitoll und der Anpassung grenzüberschreitender Zoll- und Datenprozesse. Weitere Informationen zu Digitoll und den neuen Anforderungen für Unternehmen im Warenverkehr mit Norwegen finden Sie auf der CSG-Website.

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Die Customs Support Group (CSG) ist der führende europäische Anbieter von Zollabwicklungs- und Handelslösungen. CSG ermöglicht nahtlose grenzüberschreitende Prozesse durch modernste digitale Innovationen und unübertroffene Branchenkenntnis.

Das Unternehmen ist an allen wichtigen strategischen Standorten in Europa vertreten und betreut mehr als 60.000 Kunden. Mit der Unterstützung von mehr als 1.700 engagierten Zollexperten stellt die CSG sicher, dass die Waren ihrer Kunden die Grenzen mit minimalem Risiko und maximaler Effizienz ohne Probleme und Verzögerungen passieren.

Weitere Informationen über die Customs Support Group erhalten Sie unter www.customssupport.com

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