Prüfungsansätze AML und Sanktionen: Anforderungen an Compliance und Revision im Bankensektor

Die Umsetzung von Geldwäsche- und Sanktionsanforderungen stellt Banken vor komplexe Prüfungs- und Überwachungsaufgaben. Regulatorische Vorgaben müssen nicht nur in Prozesse, Kontrollen und interne Regelwerke übertragen werden. Institute müssen zugleich beurteilen, ob ihre Maßnahmen angemessen und wirksam sind und ob Risiken, Verantwortlichkeiten sowie Kontrollhandlungen konsistent ineinandergreifen. Das Online-Seminar „Prüfungsansätze AML und Sanktionen“ der Akademie Heidelberg befasst sich am 17. November 2026 mit diesen Fragestellungen aus Sicht von Compliance, Geldwäscheprävention, Sanktions-Compliance und Revision.

Risikoorientierte Prüfung von AML- und Sanktionsanforderungen

Im Bankensektor treffen Anforderungen aus dem Geldwäschegesetz (GwG) und aus Sanktionsregularien auf komplexe Organisations- und Prozessstrukturen. Für Prüfungs- und Compliance-Funktionen ergibt sich daraus die Aufgabe, einzelne Prüfungsfelder nicht isoliert, sondern auch in ihrer gegenseitigen Abhängigkeit zu bewerten.

Eine wesentliche Rolle spielen dabei Risikostrategie und Risikoappetit. Zu untersuchen ist unter anderem, wie geschäftspolitische Beschränkungen definiert werden und welche risikoorientierten Prüfungshandlungen daraus abzuleiten sind. Hinzu kommen die Überwachungshandlungen des Geldwäschebeauftragten und des Sanktions Officers. Dazu zählen Kontrollrahmenpläne, Compliance Reviews, Risikoanalysen und thematische Schwerpunktprüfungen sowie KPIs und KRIs zur Steuerung und Überwachung von Compliance-Risiken.

Internes Kontrollsystem und regulatorische Veränderungen

Ein weiterer Schwerpunkt bei Prüfungsansätzen AML und Sanktionen ist das Interne Kontrollsystem (IKS). Im Kontext eines Compliance-Kontrollkonzepts geht es darum, prozessinhärente Risiken zu identifizieren, Kontrolllücken sowie Schwachstellen bei Risikoverantwortlichkeiten und Kontrollzuordnungen festzustellen und Kontrollen systematisch auf Angemessenheit und Wirksamkeit zu prüfen.

Zusätzliche Anforderungen entstehen durch regulatorische Veränderungen. Das Seminar greift insbesondere die Überwachung der Umsetzung des 6. EU-AML-Pakets sowie die Verzahnung von Sanktionsregularien mit Geldwäscheanforderungen auf. Für die Praxis bedeutet dies, neue Vorgaben hinsichtlich betroffener Kunden, Produkte, Transaktionen und Prozesse präzise abzugrenzen und mögliche Umsetzungslücken mittels Gap-Analysen zu erkennen.

Auch Governance und die Schriftlich Fixierte Ordnung (SFO) sind Teil dieser Betrachtung. Im Fokus stehen die Verzahnung von First und Second Line of Defence, Rollen und Verantwortlichkeiten, die Aktualität interner Regelungen sowie das Implementation Tracking. Inkonsistenzen und Regelungslücken können dabei ebenso prüfungsrelevant werden wie Schwachstellen im Compliance- und AML-Berichtswesen.

Inhalte des Seminars zu AML und Sanktionen

Im Seminar werden unter anderem folgende fachliche Themen behandelt:

  • Compliance-Risikomanagement, Risikostrategie und Risikoappetit
  • Überwachungshandlungen des Geldwäschebeauftragten und des Sanktions Officers
  • risikoorientierte Prüfungsansätze sowie Angemessenheits- und Wirksamkeitsprüfungen
  • Prüfung des Internen Kontrollsystems mit GwG- und Sanktionsrelevanz
  • ausgewählte aktuelle GwG- und Sanktionsanforderungen
  • Auswirkungen des 6. EU-AML-Pakets
  • Verzahnung von Sanktionsregularien und Geldwäscheanforderungen
  • Governance, SFO, Rollen und Verantwortlichkeiten
  • Compliance-Risikomanagement, Berichtswesen und steigende Datenanforderungen
  • Gap-Analysen und Prüfung neuer regulatorischer Anforderungen

Anhand aktueller Beispiele werden neue Anforderungen etablierten Umsetzungen gegenübergestellt. Damit steht insbesondere die Frage im Mittelpunkt, wie regulatorische Anforderungen in konkrete Prüfungsfelder und nachvollziehbare Kontrollhandlungen übersetzt werden können.

Relevanz für Revision, Compliance und Geldwäscheprävention

Das Thema richtet sich insbesondere an Mitarbeitende der Internen und Externen Revision sowie an Prüferinnen und Prüfer, Compliance- und Geldwäschebeauftragte und deren Mitarbeitende. Ebenfalls angesprochen sind Fachkräfte aus Anti-Financial-Crime- und Rechtsabteilungen, Business-Management-Funktionen, Beratung und Risikomanagement, die sich mit Geldwäscheprävention und Sanktionsanforderungen befassen.

Referenten sind Jens Dieckerhoff, Head of Governance & Regulation im Bereich Business Control & Analytics der Commerzbank AG, und Peter D. Metzker, Deputy Head of Governance & Regulation im selben Bereich. Dieckerhoff verfügt über mehr als 30 Jahre Erfahrung im Bankwesen mit Schwerpunkten unter anderem im regulatorischen Advisory, bei Sanktionsmaßnahmen sowie Geldwäsche- und KYC-Prozessen. Metzker bringt mehr als 25 Jahre Bankerfahrung vor allem aus Compliance und Revision ein und befasst sich unter anderem mit regulatorischem Reporting, internen und externen Prüfungen sowie der Umsetzung von GwG-, KYC- und Sanktionsanforderungen.

Das Online-Seminar „Prüfungsansätze AML und Sanktionen“ findet am 17. November 2026 von 9:00 bis 17:00 Uhr statt. Weitere Informationen: https://www.akademie-heidelberg.de/seminar/pruefungsansaetze-aml-und-sanktionen

Veröffentlicht von:

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