843 Milliarden Euro verschenkt: Warum die Frühstartrente auf Aktien setzen soll

Fünf Finanzökonominnen fordern in einem aktuellen White Paper des Forschungsinstituts SAFE eine klare Ausgestaltung der Frühstartrente: Die automatische Standardanlage solle vollständig in Aktien investiert werden, passiv verwaltet, breit gestreut und strikt regelgebunden. Verfasst haben das Papier Tabea Bucher-Koenen vom ZEW Mannheim, Christine Laudenbach vom Leibniz-Institut SAFE, Ulrike Malmendier von der University of California, Berkeley, Claudia Schaffranka von SAFE sowie Milena Schwarz vom Sachverständigenrat Wirtschaft. Als Vorbild dient ihnen das schwedische Vorsorgesystem, in dem sich die Ausgestaltung der Standardlösung über Jahrzehnte als entscheidend für das Anlageverhalten der Bevölkerung erwiesen hat.

Das Bundeskabinett hatte die Frühstartrente am 12. August 2026 beschlossen. Zum 1. Januar 2027 soll sie starten, das Gesetzgebungsverfahren soll bis November 2026 abgeschlossen sein. Auch Kinder, deren Eltern keinen individuellen Vertrag abschließen, sollen automatisch über eine kollektive Anlage einbezogen werden.

Wie teuer eine zu zurückhaltende Geldanlage werden kann, zeigt eine parallele Studie von J.P. Morgan Asset Management unter dem Titel ‚Vom Sparen zum Anlegen: Die Chance für Europa‘. Befragt wurden im Sommer 2026 rund 17.000 Menschen in neun europäischen Ländern, darunter 2.000 in Deutschland. Seit Beginn der Pandemie haben deutsche Haushalte zusätzlich 906 Milliarden Euro in Sparanlagen wie Tages- und Festgeld geparkt. Bei einer Anlage in Aktien aus Industrieländern wäre diese Summe der Modellrechnung zufolge auf rund 1,8 Billionen Euro gewachsen, durch die Verzinsung der Sparanlagen wurden es tatsächlich nur etwa 987 Milliarden Euro. Der rechnerisch entgangene Vermögenszuwachs beläuft sich damit auf rund 843 Milliarden Euro. Europaweit liegt die Differenz laut Studie bei rund 2,4 Billionen Euro. Nach Einschätzung des zuständigen Fondsmanagers Christoph Bergweiler liegt die eigentliche Herausforderung in Deutschland weniger beim Sparen selbst als bei der Bereitschaft, das Ersparte tatsächlich am Kapitalmarkt zu investieren.

Besonders deutlich wird der Handlungsbedarf bei der jungen Generation. Eine repräsentative Forsa-Umfrage im Auftrag von ING Deutschland und Visa unter 1.000 Menschen zwischen 18 und 30 Jahren zeigt: Nur noch 49 Prozent der Generation Z erwarten im Alter überhaupt noch Leistungen aus der gesetzlichen Rente, ein Jahr zuvor waren es noch 56 Prozent. Vier von fünf Befragten sorgen sich um ihre Altersvorsorge. Gleichzeitig bewerten 65 Prozent der Befragten das ab 2027 geplante Altersvorsorgedepot als attraktives Konzept, 53 Prozent sparen bereits heute aktiv dafür. Bei der Bekanntheit zeigt sich allerdings ein deutlicher Unterschied zwischen den Geschlechtern: 66 Prozent der jungen Männer kennen das Altersvorsorgedepot bereits, unter jungen Frauen ist es nur jede Zweite.

avdepot.expert, die auf die Reform der privaten Altersvorsorge spezialisierte Informationsplattform der MONEY-FACTORY GmbH & Co. KG, hat die drei aktuellen Entwicklungen in einem ausführlichen Beitrag eingeordnet und mit den jeweiligen Originalquellen verlinkt. Der Beitrag ordnet ein, was die empfohlene Standardanlage für die Frühstartrente mit dem ab 2027 startenden Altersvorsorgedepot für Erwachsene verbindet, und zeigt auf, worauf Familien und künftige Sparer jetzt schon achten können.

Der vollständige Beitrag findet sich unter: https://www.avdepot.expert/aktuelles/fruehstartrente-standardanlage-erfolg.html

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