Euro, US-Dollar, Schweizer Franken oder britisches Pfund: Fast jeder kommt irgendwann mit Wechselkursen in Berührung – beim Urlaub, beim Einkauf in einem ausländischen Onlineshop oder bei einer internationalen Überweisung. Hinter diesen Kursen steht jedoch ein globaler Markt, auf dem täglich Währungen gegeneinander gehandelt werden: der Devisenmarkt.
Wer sich intensiver mit dem Thema Forex, Währungspaaren und dem Zugang zum Devisenhandel beschäftigen möchte, findet auf iamforextrader.com weiterführende Informationen zu Märkten, Handelsbedingungen und Brokern. Doch bevor es um den Handel geht, lohnt sich zunächst eine grundlegende Frage: Wie funktioniert der Devisenmarkt eigentlich?
Was ist der Devisenmarkt?
Der Devisenmarkt, häufig auch als Forex-Markt oder FX-Markt bezeichnet, ist der internationale Markt für den Tausch verschiedener Währungen. Anders als bei einer klassischen Aktienbörse gibt es dabei nicht den einen zentralen Handelsplatz.
Der Handel findet überwiegend elektronisch zwischen Banken, Unternehmen, institutionellen Investoren, Zentralbanken, Brokern und anderen Marktteilnehmern statt.
Eine Währung wird dabei immer im Verhältnis zu einer anderen betrachtet. Typische Währungspaare sind beispielsweise:
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EUR/USD – Euro gegenüber US-Dollar
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EUR/GBP – Euro gegenüber britischem Pfund
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USD/JPY – US-Dollar gegenüber japanischem Yen
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EUR/CHF – Euro gegenüber Schweizer Franken
Ein Wechselkurs von EUR/USD 1,10 bedeutet beispielsweise, dass ein Euro einem Wert von 1,10 US-Dollar entspricht.
Wie entsteht ein Wechselkurs?
Der Preis einer Währung wird grundsätzlich durch Angebot und Nachfrage bestimmt. Steigt die Nachfrage nach einer bestimmten Währung, kann ihr Wert gegenüber anderen Währungen zunehmen. Sinkt die Nachfrage oder steigt das Angebot deutlich, kann der Kurs dagegen fallen.
Das klingt zunächst einfach. In der Praxis beeinflussen jedoch zahlreiche wirtschaftliche Faktoren gleichzeitig die Entscheidungen der Marktteilnehmer.
Ein Wechselkurs ist nicht nur eine Zahl auf dem Bildschirm. Er spiegelt Erwartungen darüber wider, wie sich zwei Volkswirtschaften im Verhältnis zueinander entwickeln könnten.
Deshalb können Wechselkurse bereits auf neue Wirtschaftsdaten oder Ankündigungen reagieren, bevor sich deren Auswirkungen tatsächlich in der Realwirtschaft zeigen.
Welche Faktoren beeinflussen den Devisenmarkt?
Die wichtigsten Kurstreiber lassen sich in mehrere Gruppen einteilen:
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Einflussfaktor |
Mögliche Bedeutung für Währungen |
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Zinspolitik |
Höhere oder niedrigere Zinsen können die Attraktivität einer Währung verändern |
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Inflation |
Starke Preissteigerungen können Erwartungen an Geldpolitik und Kaufkraft beeinflussen |
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Wirtschaftswachstum |
Gute oder schlechte Konjunkturdaten verändern die Erwartungen der Marktteilnehmer |
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Arbeitsmarktdaten |
Beschäftigung und Arbeitslosigkeit geben Hinweise auf den Zustand einer Volkswirtschaft |
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Internationale Kapitalströme |
Investitionen in Aktien, Anleihen und Unternehmen erzeugen Nachfrage nach Währungen |
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Unsicherheit |
In unruhigen Marktphasen können Anleger Kapital in andere Währungen und Anlageklassen verschieben |
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Markterwartungen |
Kurse reagieren häufig nicht nur auf Fakten, sondern auch darauf, ob Daten besser oder schlechter als erwartet ausfallen |
Besonders wichtig ist dabei das Zusammenspiel dieser Faktoren. Ein einzelner positiver Wirtschaftsbericht muss beispielsweise nicht automatisch zu einer stärkeren Währung führen.
Warum schwanken Wechselkurse ständig?
Der Devisenmarkt verarbeitet laufend neue Informationen. Banken, Fonds, Unternehmen und andere Marktteilnehmer passen ihre Positionen deshalb permanent an.
Nehmen wir ein vereinfachtes Beispiel.
Der EUR/USD-Kurs liegt zunächst bei 1,10. Ein Euro ist also 1,10 US-Dollar wert. Später fällt das Währungspaar auf 1,05.
Das bedeutet:
-
Der Euro ist gegenüber dem Dollar schwächer geworden.
-
Der Dollar ist im Verhältnis zum Euro stärker geworden.
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Für einen Euro erhält man nun weniger US-Dollar als zuvor.
Die Ursache dafür kann jedoch nicht allein aus dem Chart abgelesen werden. Veränderungen der Zinserwartungen, neue Konjunkturdaten oder größere Kapitalbewegungen können gleichzeitig eine Rolle spielen.
Genau deshalb beschäftigen sich Analysten am Devisenmarkt nicht nur mit Kurscharts, sondern auch mit makroökonomischen Daten.
Wer handelt am Devisenmarkt?
Der Forex-Markt besteht aus sehr unterschiedlichen Teilnehmern. Und nicht jeder verfolgt das Ziel, mit Kursschwankungen Gewinne zu erzielen.
Banken
Große internationale Banken wickeln untereinander erhebliche Teile des Devisenhandels ab. Sie führen Transaktionen für eigene Zwecke und für Kunden aus.
Unternehmen
International tätige Unternehmen benötigen regelmäßig Fremdwährungen. Ein deutscher Importeur, der Waren in den USA einkauft, muss beispielsweise möglicherweise Euro gegen US-Dollar tauschen.
Unternehmen können außerdem versuchen, sich gegen ungünstige Währungsschwankungen abzusichern.
Zentralbanken
Zentralbanken beeinflussen den Währungsmarkt vor allem über ihre Geldpolitik. Änderungen von Leitzinsen oder geldpolitischen Erwartungen können deshalb große Auswirkungen auf Wechselkurse haben.
Investmentfonds und institutionelle Anleger
Internationale Investments führen zwangsläufig zu Währungstransaktionen. Wer beispielsweise Kapital aus dem Euroraum in amerikanische Vermögenswerte investiert, benötigt dafür in der Regel US-Dollar.
Private Händler
Auch Privatpersonen können über Broker Zugang zu Teilen des Devisenmarktes erhalten. Dabei erfolgt der Handel häufig über derivative Produkte und nicht durch den physischen Austausch von Banknoten.
Devisenmarkt und Wechselstube sind nicht dasselbe
Wer vor einer Reise Euro in eine andere Währung tauscht, nimmt zwar ebenfalls einen Währungsumtausch vor. Dieser Vorgang darf aber nicht mit dem professionellen Devisenmarkt gleichgesetzt werden.
Bei Banken, Flughäfen oder Wechselstuben werden häufig zusätzliche Margen in den angezeigten Kurs eingerechnet. Deshalb kann der dort angebotene Wechselkurs vom Kurs abweichen, den man auf Finanzportalen sieht.
Der sogenannte Spread, also die Differenz zwischen An- und Verkaufskurs, spielt sowohl beim klassischen Geldwechsel als auch beim Handel eine wichtige Rolle.
Was bedeutet der Devisenmarkt für Verbraucher?
Auch Menschen, die überhaupt nicht mit Währungen handeln, können die Auswirkungen von Wechselkursschwankungen spüren.
Ein stärkerer oder schwächerer Euro kann unter anderem Einfluss haben auf:
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Preise importierter Waren,
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Kosten einer Auslandsreise,
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internationale Online-Einkäufe,
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Überweisungen in Fremdwährungen,
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Unternehmensgewinne aus Auslandsgeschäften,
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Preise bestimmter Rohstoffe, die international in US-Dollar gehandelt werden.
Für Reisende kann deshalb beispielsweise nicht nur der Preis eines Hotels relevant sein, sondern auch der Wechselkurs zum Zeitpunkt der Zahlung.
Devisenhandel ist nicht mit einfachem Geldwechsel gleichzusetzen
Wer den Devisenmarkt verstehen möchte, sollte außerdem zwischen dem wirtschaftlichen Austausch von Währungen und spekulativem Forex-Trading unterscheiden.
Beim Trading versuchen Marktteilnehmer, von Kursbewegungen eines Währungspaares zu profitieren. Je nach verwendetem Finanzinstrument kann dabei ein Hebel eingesetzt werden. Dieser erhöht jedoch nicht nur mögliche Gewinne, sondern ebenso mögliche Verluste.
Zu den Punkten, die vor dem Handel verstanden werden sollten, gehören daher:
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Wie das jeweilige Finanzinstrument funktioniert.
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Welche Spreads und sonstigen Gebühren anfallen.
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Welche Wirkung ein Hebel auf Gewinn und Verlust hat.
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Wie hoch das tatsächlich eingesetzte Risiko ist.
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Unter welcher Regulierung ein Anbieter tätig ist.
Gerade für Einsteiger ist es sinnvoll, zunächst die Funktionsweise des Marktes zu verstehen, bevor reale Handelsentscheidungen getroffen werden.
Eine einfache Checkliste zum Verständnis von Wechselkursbewegungen
Wer eine stärkere Kursbewegung sieht und verstehen möchte, woher sie kommt, kann sich zunächst fünf Fragen stellen:
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Gab es neue Zinsentscheidungen oder Aussagen einer Zentralbank?
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Wurden wichtige Inflations-, Arbeitsmarkt- oder Wachstumsdaten veröffentlicht?
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Waren die Daten besser oder schlechter als vom Markt erwartet?
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Betrifft die Entwicklung eine oder beide Volkswirtschaften des Währungspaares?
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Handelt es sich möglicherweise nur um eine kurzfristige Marktreaktion?
Ein einzelner Faktor liefert selten die vollständige Erklärung. Wechselkurse entstehen aus den Entscheidungen vieler Marktteilnehmer, die unterschiedliche Erwartungen und Ziele verfolgen.
Fazit: Der Devisenmarkt verbindet die Weltwirtschaft
Der Devisenmarkt ist weit mehr als ein Ort für kurzfristiges Trading. Er bildet einen wichtigen Teil des internationalen Finanzsystems und ermöglicht Unternehmen, Banken, Investoren und Privatpersonen den Austausch verschiedener Währungen.
Die Grundidee ist dennoch vergleichsweise einfach: Währungen werden immer relativ zueinander bewertet, und ihre Preise verändern sich mit Angebot und Nachfrage.
Wer versteht, wie Zinspolitik, Inflation, Wirtschaftsdaten und Erwartungen auf Wechselkurse wirken, kann deshalb nicht nur den Forex-Markt besser einordnen. Auch viele alltägliche Entwicklungen – vom Reisepreis bis zu den Kosten importierter Produkte – werden dadurch verständlicher.
Veröffentlicht von:
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