Private Fotoalben verschwinden auf dem Sammlermarkt oder im Container. Ein Remscheider Verlag stellt 270.000 Aufnahmen bis 1945 online " als Ganzes, mit Provenienz: auris-archiv.comRemscheid, 1. Oktober 2026. Seit den 1990er-Jahren sammelt eine Remscheider Familie private Fotoalben, Einzelbilder und Farbdias aus der deutschen Geschichte " rund 270.000 Aufnahmen sind so zusammengekommen. Über 224.000 davon sind inzwischen digitalisiert. Ab dem 1. Oktober stellt die AURIS MEDIA Verlag GmbH, ein seit 1991 bestehender Verlag, den Bestand unter auris-archiv.com schrittweise online: als durchsuchbares Archiv für Wissenschaft, Museen, Familienforscher und Geschichtsinteressierte.
Private Fotografie zeigt, was in offiziellen Beständen oft fehlt: den Alltag hinter der Front, Gesichter statt Truppenteile, Orte, die es so nicht mehr gibt. Solche Alben verschwinden auf zwei Wegen " sie werden auf dem Sammlermarkt aufgelöst und bildweise verkauft, oder sie landen bei Haushaltsauflösungen im Container. Beides ist endgültig. Das AURIS-Archiv hält die Alben als Ganzes zusammen; der Zusammenhang, in dem ein Bild überliefert ist, bleibt erhalten.
Der Bestand reicht vom 19. Jahrhundert bis 1945. Er umfasst Aufnahmen aus dem Ersten Weltkrieg (rund 32.900), aus dem Zweiten Weltkrieg (rund 200.700) und 11.201 Farbdias und Farbfotos, überwiegend aus den Jahren 1938 bis 1945 " ein Teil der Sammlung, der selbst Fachleute überrascht. Über 15.000 Bilder sind zum Start bereits online, weitere kommen laufend hinzu.
Jedes Bild ist beschrieben und verschlagwortet, auf Deutsch und Englisch. Bei dieser Erschließung hilft künstliche Intelligenz; an den Fotografien selbst wird nichts retuschiert oder ergänzt. Wo eine Beschreibung nicht stimmt, können Nutzer sie mit einem Klick melden. Eine Bildersuche findet Motive nach Ort, Einheit, Thema oder Gegenstand. Für den Umgang mit historisch belastetem Material hat das Archiv eigene Hinweise veröffentlicht, die erläutern, wofür solche Bilder genutzt werden dürfen und wofür nicht.
„Wir haben über viele Jahre gesehen, wie Alben auseinandergerissen werden, weil einzelne Bilder auf dem Sammlermarkt wertvoller sind und sich leichter verkaufen lassen als komplette Alben", sagt Marius Moneth, Geschäftsführer der AURIS MEDIA Verlag GmbH. „Mit dem Archiv wollen wir diese Bilder dort hinbringen, wo sie gebraucht werden " in die Forschung, in den Unterricht, zu den Familien. Und zwar so, dass man sieht, woher ein Bild kommt."
Er sieht darin auch eine Antwort auf die Gegenwart: „Heute lässt sich jedes Bild in Sekunden erzeugen. Umso wertvoller werden Fotos, die Geschichte tatsächlich zeigen und für die man eine Provenienz hat."
Einblick in das Archiv gibt eine frei zugängliche Vorschau; wer den Bestand vollständig durchsehen will, kann das sieben Tage lang für einen Euro tun. Der volle Zugang mit hochaufgelösten Downloads ist als Abonnement ab 9,90 Euro im Monat erhältlich; für Hochschulen, Museen und Archive gibt es eine Institutionslizenz. Wer Bilder veröffentlichen möchte, etwa in Büchern, Ausstellungen oder Filmen, kann dafür eine eigene Lizenz anfragen.
Zum Start gilt bis zum 15. Oktober 2026 ein Gründerpreis: Mit dem Code GRUENDER30 kostet das erste Jahr der Jahreszugänge Basic und Pro 30 Prozent weniger. Die Institutionslizenz ist davon ausgenommen.
Das AURIS-Archiv in Zahlen
• rund 270.000 Fotografien, davon über 224.000 digitalisiert
• 19. Jahrhundert bis 1945
• rund 32.900 Aufnahmen aus dem Ersten Weltkrieg, rund 200.700 aus dem Zweiten Weltkrieg
• 11.201 Farbdias und Farbfotos, überwiegend 1938 bis 1945
• alle Bilder beschrieben und verschlagwortet, Deutsch und Englisch
• über 15.000 Bilder zum Start online, weitere laufend
• Start: 1. Oktober 2026 unter auris-archiv.com
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Publiziert durch connektar.de.
















