Alexander Plath’s Reise- und Urlaubsknigge

Mit kaum etwas können Sie die Stimmung bei Ihren Mitreisenden und Gastgebern (im Ausland) schneller ruinieren, als mit schlechten Umgangsformen.
Gehen Sie auf Nummer sicher!

ALEXANDER PLATH’S REISE- UND URLAUBSKNIGGE
Der Sommer ist traditionell Reisezeit und die Sonne hebt die Stimmung, die Menschen sind viel offener und meist gut gelaunt – wenn der Auftritt passt!
Und zu einem guten Auftritt gehören auch die passenden Umgangsformen. Weil nichts die Stimmung so schnell verdirbt, wie der Tritt ins Knigge Fettnäpfchen!

Andere Länder, andere Sitten, andere Umgangsformen.
Egal ob die Gabe des Trinkgeldes, die Wahl des Kleidungsstückes am Badestrand oder spezielle Essgewohnheiten – im besten Falle fallen fehlende Etikette-Kenntnisse nicht auf, im schlechtesten hat man sich mit fehlenden Umgangsformen schnell blamiert und unbeliebt gemacht. Wer den Einwohnern seines Urlaubslandes Respekt entgegen bringen und auf ihre Gewohnheiten Rücksicht nehmen will, für den ist es deshalb selbstverständlich, sich mit den Gepflogenheiten, Werten und dem Knigge seines Feriengebietes auseinander setzen. Denn gutes Benehmen gegenüber Ansässigen und Tätigen ist im Urlaubsgebiet genauso gefragt wie in den heimischen Gefilden und das auch bereits während der An- und Abreise.
Und zu einem guten Auftritt gehören auch die passenden Umgangsformen. Weil nichts die Stimmung so schnell verdirbt, wie der Tritt ins Knigge Fettnäpfchen!

DIE ANREISE
Jeder Urlaub beginnt mit der Anreise zum Ferienziel. Unterwegs mit dem Flugzeug oder mit dem Zug gilt es im Umgang mit den Mitreisenden einige Punkte im Reiseknigge zu beachten, um allen ein möglichst angenehmes Reiseklima zu ermöglichen.

DIE PASSENDE KLEIDUNG
Sowohl die Anfahrt im Zug als auch die im Flugzeug bedeutet mehrere Stunden auf engstem Raum mit anderen Menschen. Deshalb sollten Sie möglichst auf Kleidung verzichten, die Ihnen oder Ihren Mitreisenden unangenehm ist. Eine verschmutzte, ungepflegte oder zu freizügige Garderobe ist zu vermeiden. In beiden Transportmitteln kann es durch die permanente Belüftung recht kühl werden. Denken Sie also daran, warme Kleidungsstücke griffbereit einzupacken.

DAS GEPÄCK VERSTAUEN
Sowohl im Flugzeug als auch im Zug hat Ihr Gepäck im Gang nichts verloren. Beides gehört entweder auf die Ablageflächen über den Sitzen oder zu Ihnen an den Platz. Wenn Sie es alleine nicht schaffen, Ihr Gepäck über Ihnen zu verstauen, kommen die meisten – weiblichen wie männlichen – Reisenden Ihrer Bitte nach Hilfe sehr gerne nach. Brauchen Sie dagegen noch Lektüre, Stifte, eine Brille oder ähnliches aus Ihrem Handgepäck, dann sollte Sie dieses vorerst an Ihrem Platz verstauen. Nach Entnahme der benötigten Dinge können Sie Ihr Gepäck immer noch auf der Ablagefläche verstauen. Die nachfolgenden Mitreisenden werden Ihnen danken, dass sie auf diese Weise zügig zu ihrem Sitzplatz gelangen können.

DEN PLATZ EINNEHMEN
Nehmen Sie einen Platz in einer Reihe ein, in der sich schon andere Personen aufhalten, freut sich Ihr Nachbar über ein freundliches "Guten Tag" bevor Sie sich setzen. Eine weitere Vorstellung Ihrerseits ist in dieser Situation jedoch nicht von Nöten.
Sollten Sie an ihm vorbei müssen um zu Ihrem Platz zu gelangen, verzichten Sie darauf, sich an ihm vorbei zu quetschen. Gutes Benehmen beweisen Sie in diesem Moment, wenn Sie den anderen freundlich bitten, kurz aufzustehen, damit Sie Ihren Sitz einnehmen können.
Wenn Sie neben ein oder zwei weiteren Reisenden sitzen, wird dies zwangsläufig dazu führen, dass Sie sich mit ihnen – genauso wie im Kino oder Theater – die Armlehne teilen werden. In der Regel werden Plätze gemäss Knigge "halbe-halbe", und zwar "rechts-links", geteilt: die Ablagefläche im Badezimmer, der Raum im Kühlschrank oder der Tisch im Restaurant. Bei Armlehnen dagegen sieht das Arrangement etwas anders aus.
Im Normalfall wird der eine den vorderen Teil nutzen, der andere den hinteren. Häufig lässt sich dieser Kompromiss nonverbal schließen. Die Höflichkeit gebietet es in der Folge, die Armlehnen nicht komplett für sich einzunehmen – außer der andere sitzt so, dass er aktuell offensichtlich nicht an einer Mitnutzung interessiert ist. Sollte ihr Nebenmann sich trotzdem permanent der ganzen Armlehne bemächtigen, dann hilft eine freundliche Bitte mit dem Hinweis, dass sie selbst auch die Armlehne nutzen möchten.
Zudem haben Sie die Möglichkeit, Ihre Rückenlehne nach hinten zu stellen, um es sich etwas gemütlicher zu machen. Im Flugzeug können Sie dies nach dem Ende des Ess- und Getränkeservices tun. Aber denken Sie daran, dass hinter Ihnen jemand sitzt, der möglicherweise seinen Klapptisch benutzt.
Um ein Herunterfallen der darauf befindlichen Gegenstände zu vermeiden, hilft es, die Lehnposition vorsichtig statt abrupt zu korrigieren.

SCHNARCHKONZERTE
Ihr Sitznachbar schläft ein, sein Kopf rutscht auf Ihre Schulter und zu guter Letzt fängt er auch noch an, ganze Wälder abzusägen.
Was können Sie jetzt unternehmen? Schnarchgeräusche stören genauso auf Flug- wie bei Zugreisen nicht nur Sie, sondern auch Ihre Mitreisenden.
Deshalb ist es durchaus angebracht und umgangsformenkonform, ihren Nachbarn aus seinem Schlaf zu wecken. Aber tun Sie dies bitte sanft. Denn er selbst verursacht Ihnen diesen Ärger nicht absichtlich. Bitten Sie ihn, eine andere Schlafposition einzunehmen. Häufig kann allein dadurch das Störgeräusch unterbunden werden.

FLUGTURBULENZEN
Während des Fluges kann es vorkommen, dass Ihnen die Reise auf den Magen schlägt. Überprüfen Sie deshalb gleich zu Beginn – dies hat zugleich eine beruhigende Wirkung – dass sich die "Spucktüte" in der Sitztasche vor Ihrem Sitz befindet und im Ernstfall schnell von Ihnen herausgeholt werden kann. Sollten Sie diese tatsächlich benötigen, verschließen Sie sie nach Gebrauch sorgfältig und überreichen Sie sie dem Flugpersonal zur Entsorgung. Ist Ihnen dies nicht möglich, zum Beispiel, weil die Landung direkt bevor steht, verstauen Sie sie unter Ihrem Sitz.
Die Reinigungskräfte werden sie dann mitnehmen.

EXTRAWÜNSCHE
Bitte vermeiden Sie Extrawünsche während Start, Landung und Servicezeiten.
Im Flugzeug haben Sie die Möglichkeit Decken und Kissen vom Boardpersonal zu erhalten. Gerne können Sie sich mit dieser Bitte an die Crew wenden.
Allerdings sollten Sie hierfür unglückliche Momente vermeiden: der Kapitän macht eine Durchsage, es erfolgt gerade der Ess- und Getränkeservice oder das Boarding ist noch nicht abgeschlossen.

ZEITUNGEN
Beim Einstieg in das Flugzeug werden Zeitungen zur Mitnahme angeboten. Natürlich ist die Zahl der vorhandenen Zeitungen nicht unbegrenzt. Stecken Sie sich deshalb aus Rücksicht auf Ihre Mitreisenden nur eine Zeitschrift ein. Manch einer bemächtigt sich gleich mehrerer, lassen Sie sich davon nicht anstecken, das ist schlechter Stil und kaum im Sinne des Knigge.
Sowohl im Flugzeug als auch im Zug kann es Ihnen passieren, dass Ihr Sitznachbar Ihre Zeitung mitliest, weil sich diese direkt in seinem Sichtfeld befindet. Falls sich ein handliches kleines I-Pad als Tageszeitungsersatz nicht zeitnah durchsetzt, stellt das Angebot des ausgelesenen Teils an den Sitznachbarn die diplomatischste Lösung dar.
Dann können Sie beide in Ruhe lesen.

DEN PLATZ SAUBER VERLASSEN
Zur guten Etikette gehört es, seinen Sitzplatz im Zug oder Flugzeug nicht als Müllhalde zu verlassen. Statt den Abfall auf dem Fußboden oder dem Sitz liegen zu lassen, können Sie im Zug die Abfallbehälter am Sitzplatz oder in der Nähe der Ausgänge benutzen. Im Flugzeug stehen Ihnen hierfür entweder die Sitzlasche vor Ihnen oder die Spucktüte zur Verfügung.

OFFENHEIT FÜR NEUE EINDRÜCKE
Der Reise- und Urlaubsknigge beginnt bereits bei der Vorbereitung: vor und während der Reise können Sie von den Erfahrungen anderer Urlauber profitieren. Lesen Sie Reiseberichte und bereiten Sie sich so auf die örtlichen Gegebenheiten vor.
Gehen Sie unvoreingenommen mit den kulturellen Gegebenheiten Ihres Gastlandes um. Statt Ihre Vorurteile zu pflegen und nach deren Bestätigung zu suchen, seien Sie offen für neue Erfahrungen und Begebenheiten – Umgangsformen basieren auf der Wertschätzung für andere. Interpretieren Sie diese jedoch nicht nach unseren Maßstäben – an Ihrem Ferienort gelten möglicherweise andere Sitten und eine andere Etikett. Auf der anderen Seite können Ihnen die Einwohner Ihres Reisezieles mit Vorurteilen Ihnen gegenüber begegnen. Überlegen Sie sich, wie Sie auf diese mit Respekt reagieren. Und suchen Sie nach Gemeinsamkeiten und Unterschieden zwischen Ihrer und der fremden Kultur. So können Sie sich auf den Ferienort vorbereiten und sich Gedanken über Ihre eigene Einstellung machen.

SPRACHKENNTNISSE
Ihre Wertschätzung Ihrem Ferienland gegenüber können Sie durch das Erlernen wichtiger und weniger Worte in der Landessprache zum Ausdruck bringen. Üblich und höflich sind "bitte", "danke", "guten Tag" und "Entschuldigung". Falls Sie möchten, können Sie sich natürlich noch mehr Begriffe aneignen. Ist die Landessprache kompliziert, halten Sie die Ausdrücke einfach auf einem kleinen Zettel parat.

STRANDBEKLEIDUNG
An deutschen Stränden können Sie sich problemlos auch nackt bewegen. In Ihrem Urlaubsland sieht dies möglicherweise jedoch ganz anders aus. Schnell können fehlende Hüllen die Grenzen und Gefühle anderer verletzen und die nötige Wertschätzung vermissen lassen. Auch wenn Nacktheit nicht gegen das Gesetz verstößt, kann sie gegen Moralvorstellungen und insbesondere glaubensbedingte Gepflogenheiten der Anwesenden verstoßen und gehört somit zu den gefährlichsten Fettnäpfchen.
Gehen Sie also auf Nummer sicher, und baden Sie nur dort nackt, wo es die Sitten des Landes oder des Hotels oder eine FKK-Ausweisung des Strandes zulassen.

WER BEKOMMT TRINKGELD?
In Deutschland ist das Geben von Trinkgeld an den Kellner oder den Taxifahrer vollkommen normal. Das ist nicht in allen Ländern so.
Sowohl innerhalb Europas als auch weltweit sind die Trinkgeldgepflogenheiten nicht einheitlich. In Europa wird mehr Trinkgeld überreicht, je weiter man sich im Süden befindet.
In China und Japan dagegen führt diese Gabe zu Verwirrung und Unverständnis.
Heutzutage dürfen Sie Chefs genauso Trinkgeld geben wie Angestellten. So freuen sich zum Beispiel Selbständige über diese Anerkennung statt wie früher beleidigt zu sein. Sind Sie sich unsicher, wie Sie das Geld überreichen sollen, begleiten Sie die Handlung im Sinne guter Umgangsformen verbal mit einem "Für die Kaffeekasse." Dann kann sich der Chef überlegen, wie er das Geld verwenden möchte.
In Flugzeugen ist es unüblich extra Trinkgeld zu überreichen. Über den Wolken wird die Annahme von Trinkgeldern durch die Crew von einigen Arbeitgebern sogar explizit verboten.

WERTSCHÄTZUNG VERMITTELN
Mit der Gabe des Trinkgelds wollen Sie dem Angestellten gegenüber Ihre Wertschätzung vermitteln. Passen Sie auch Ihr weiteres Verhalten dementsprechend an. Überreichen Sie den Tip mit einem Lächeln und einem Dank. Und nur dann, wenn Sie es auch tatsächlich wollen.
Fühlen Sie sich nicht unter Druck gesetzt, sondern verzichten Sie auf die Gabe, wenn der Service nicht Ihren Erwartungen entsprochen hat. Zu guten Umgangsformen gehört allerdings auch, sofort zu reklamieren, wenn Ihnen etwas nicht passt. Und nicht am Ende (wenn eh nichts mehr zu ändern ist) den Kellner mit einem geringen oder keinem Trinkgeld abzustrafen. Nutzen Sie das Trinkgeld auch auf keinen Fall, um sich selbst zu repräsentieren, zum Beispiel, indem Sie ein unangemessen hohes überreichen. Damit machen Sie die gute Absicht der übermittelten Wertschätzung zu Nichte. Kleine, ehrliche Geschenke erfreuen den Servicemitarbeiter mehr als aufgesetzte, große.

HÖHE DES TRINKGELDS
Die Höhe des Trinkgeldes richtet sich nach den lokalen Gebräuchen, dem erbrachten Service und nach der Hotelkategorie.
Mit 5-10% des Rechnungsbeitrags liegen Sie in der Gastronomie richtig.
Wenn Sie 23€ zu zahlen haben, dann runden Sie im Optimalfall auf 24,50€ bis 25,50€ auf.
In internationalen Mittelklassehotels sind 1€ pro Gepäckstück für den Kofferträger und 1€ pro Tag für das Zimmermädchen angemessen. Ist die Unterkunft kleiner, geben Sie weniger, ist sie größer, geben Sie mehr, um den Erwartungen zu entsprechen.
Die Gabe des Trinkgeldes ist mittlerweile sowohl direkt als auch über die Kreditkarte möglich, wobei meist die Zahlung des Trinkgelds bar bevorzugt wird. Zahlen Sie bar, dann kommentieren Sie die Übergabe mit dem Preis, den Sie inklusive Trinkgeld zahlen möchten bzw. mit dem Hinweis, dass der überreichte Betrag so korrekt ist. Zahlen Sie per Kreditkarte, dann teilen Sie dem Angestellten den Gesamtbetrag inklusive Trinkgeld mit. Letzteres wird ihm vom Chef in der Regel in bar ausgezahlt.

Originaltext unter https://alexanderplath.com/reiseknigge-und-umgangsformen-reiseknigge/

Veröffentlicht von:

Plath & Partner AG

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Homepage: https://www.plathpartner.com

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Firmenprofil:

Alexander Plath ist einer der führenden Experte für „Auftritt & Wirkung“ im deutschsprachigen Raum, Business Trainer & Coach für Präsentation, Rhetorik & Körpersprache, limbische Kommunikation und Etikette & Business Knigge.


Als Trainer und Coach ist er neben zahlreichen weiteren Ausbildungen vom BDVT als „Trainer & Berater“, vom AUI als „Business Knigge Coach AUI“ und für die persolog (DISG) und BENEFIT Coaching Modelle zertifiziert.


 


Er ist seit über 20 Jahren im Verkauf und Vertrieb aktiv und hat in dieser Zeit alle Stationen vom Verkäufer bis zum Direktor Vertrieb Ausland und Mediensprecher eines multinationalen Unternehmens durchlaufen.


 


Seit mehr als 15 Jahren trainiert und coacht er vor allem Führungskräfte und Verkäufer und ist ein gefragter Trainer und Referent im In- und Ausland, der vor allem mit hoher Praxisnähe, Humor und Begeisterung in Deutsch und Englisch überzeugt.


 


Schauen Sie doch mal, was seine Teilnehmer sagen: http://aplath.eu/kundenstimmen

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