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Isaac Eddie Wahler

Pressemitteilung von

2. März 1918 – 22. August 2016

„Der Ewige hat gegeben, der Ewige hat genommen, der Name des Ewigen sei gepriesen. Der Barmherzige sühnt die Schuld und vertilgt nicht, er nimmt immer wieder sei­nen Zorn zurück und erweckt nicht seinen ganzen Grimm.“ (Sidur Sefat Emet, S. 309)

Am 22. August 2016 starb in Frankfurt am Main Isaac Eddie Wahler, geboren 1918 in Frankfurt am Main, wohnhaft in Hörstein bei Al­zenau und dann in Bad Neustadt an der Fränkischen Saa­le. Er musste als 16jähriger im Juni 1934 seine Eltern, den Lehrer an der Israelitischen Elementarschule Bad Neustadt Israel Wahler und Bella Wahler, verlassen. Mit dem Dampfer HAMBURG der Reederei HAPAG fuhr er von Cuxhaven nach New York. Er lebte bei Verwandten in Brooklyn, war dann bei der ameri­kanischen Armee u. a. in Alaska. Im Januar 1947 kehrte er nach Deutschland zurück und arbeitete für das Internationale Militärgericht in Nürnberg als Mitglied der US-Staatsanwaltschaft. Im Sommer 1947, fand er, damals Mitarbeiter des stellvertreten­den amerikanischen Chefan­klägers bei den Nürnberger Kriegsverbrecherprozessen Dr. Robert M. W. Kempner, in einer Bara­cke in Oberursel/Taunus wichtige Dokumente: das vollständige Akten­material zu den Judendeportatio­nen aus dem Be­reich der Geheimen Staatspolizei (Gesta­po), Staatspolizei­leitstelle Nürnberg-Fürth, Außendienst­stelle Würzburg. Dabei handelte es sich um etwa 1200 Aktenblätter und um ein Fotoalbum mit Aufnahmen, die bei der Depor­tation von Juden in Würz­burg und Kitzin­gen angefertigt und teilweise mit zynischen Kommentaren verse­hen worden waren. Dokumente aus diesen Akten wurden 1947 im Fall Nr. 11 des Nürnberger Militärtribunals, dem so ge­nannten Wil­helmstraßenprozess, vorgelegt. Später wur­den die Unter­lagen vollständig deutschen Behörden über­geben. Sie fan­den u. a. Verwendung in den Prozessen ge­gen den Nürn­berger Polizeipräsidenten und SS-Brigade­führer Dr. Benno Martin, bei Prozessen gegen Be­amte der Geheimen Staatspolizei in Würzburg und als Ko­pie aus dem Privatar­chiv Wahler gegen SS-Obersturm­bannführer Adolf Eich­mann in Israel. Die Original­akten be­fanden sich im Jahre 1959 im Besitz der Staatsanwalt­schaft beim Landgericht Nürnberg-Fürth und galten lange Zeit als verschollen. Seit Dezember 1984 werden sie im Bayerischen Staatsarchiv Würzburg aufbewahrt. Teile der Akten gingen auf dem Weg durch deutsche In­stanzen ver­loren. Das einzigartige Fotoalbum wurde im Jahre 2001 in einer Akte der Staats­anwaltschaft Nürnberg-Fürth wieder gefunden und wird seit Juli 2001 im Staatsarchiv Würz­burg aufbewahrt. Aller­dings fehlen auch bei diesem Origi­nal einige Seiten.

Für I. E. Wahler hat­ten die Würzburger Gestapo-Akten eine sehr per­sönliche Bedeutung. In den Dokumenten fand er die Un­terlagen über die Deportation seiner El­tern am 25. April 1942 aus Würzburg, von nahen Angehörigen und Freun­den der Familie. Deshalb ließ er die Originale kopieren und binden und nahm die so ent­standenen zehn Bände stets mit sich auf alle weiteren Le­bensstationen. Im April 2007 übereignete er diesen ein­zigartigen Nachweis des ur­sprünglichen, vollständigen Aktenbestands dem Haus der Wannsee-Konferenz in Ber­lin. Verschiedene Dokumente aus dem Privatbesitz von I. E. Wahler werden im Stadtarchiv Bad Neustadt aufbewahrt.

Literaturhinweise:

Vgl. Schultheis Herbert / Wahler Isaac E.: Bilder und Akten der Gestapo Würzburg über die Judendeportationen 1941-1943 (= Bad Neustädter Beiträge zur Geschichte und Hei­matkunde Frankens, Band 5; herausgegeben von Herbert Schultheis), Rötter Druck und Verlag GmbH, Bad Neustadt a. d. Saale 1988 (Mit einem Geleitwort von Prof. h.c. Dr. Robert M. W. Kempner, US-Hauptankläger im Nürnberger Wilhelm­straßenprozess; deutsch-englische Ausgabe).

Wahler I. E.: An Exposé of 'Der Stürmer' German Anti-Semitic Weekly, in: Ein Streifzug durch Frankens Vergangenheit (= Bad Neustädter Beiträge zur Geschichte und Hei­matkunde Frankens, Band 2; herausgegeben von Herbert Schultheis), Rötter Druck und Verlag GmbH, Bad Neustadt a. d. Saale 1982, S. 373-412.

Dr. Herbert Schultheis

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