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Freiwilligenzentrum Ulrichstein (FZU) wird "Demenz-Partner"

Pressemitteilung von

Deutsche Alzheimer Gesellschaft Selbsthilfe Demenz e.V.
Deutsche Alzheimer Gesellschaft Selbsthilfe Demenz e.V.

Als erste zivilgesellschaftliche Einrichtung des Vogelsbergkreises wird das FZU Teil der Initiative "Demenz-Partner werden" der Deutschen Alzheimer-Gesellschaft.

Mit dem Thema Demenz werden wir im Alltag immer häufiger konfrontiert: beim Einkaufen, beim Arztbesuch, in unserer beruflichen Sphäre. Das Durchschnittsalter der deutschen Bevölkerung steigt unablässig. Je älter wir werden, desto größer wird die Wahrscheinlichkeit, an Demenz (in 60 Prozent der Fälle Alzheimer) zu erkranken. Verlässliche Daten über die Zahl der Betroffenen fehlen allerdings (Datenschutz!). Die Dunkelziffer ist hoch. In 97 Prozent der Fälle wurde Demenz im Frühstadium nicht erkannt, weder vom Hausarzt noch von Angehörigen. Bei der mittelschweren Demenz sind es immerhin noch 50 Prozent. Man schätzt die Zahl der Demenzkranken derzeit auf eineinhalb Millionen. Bis 2050 sollen es drei Millionen MmD (Menschen mit Demenz) werden, sofern die medizinische Forschung nicht einen Durchbruch bei der Behandlung erzielt.
Demenziell Erkrankte benötigen viel Zuwendung. Verbleib im vertrauten Umfeld, richtige Ernährung, viel Bewegung, gute ärztliche Betreuung sowie ein abwechslungsreicher Alltag, durch den die verbleibenden Fähigkeiten der MmD ständig beansprucht werden, können das Fortschreiten der Krankheit erheblich verlangsamen und die Lebensqualität erheblich steigern. Demenz ist keine Katastrophe, sagt man heute, sondern - wie der Gießener Soziologe und anerkannte Demenzexperte Prof. Reimer Gronemeyer es ausdrückt, keine Krankheit, sondern eine Art viertes Lebensalter (www.youtube.com/watch?v=2lCHLKYuUKA).

Doch auf dieses "4. Lebensalter" muss sich die Gesellschaft bewusst einstellen, ähnlich wie auf Säuglinge, Kleinkinder oder Pubertierende, denen ja ebenfalls bestimmte Einschränkungen der Fähigkeiten oder besondere "Gemütszustände" zugestanden werden. Dies klingt zwar alles sehr einleuchtend, doch die Anforderungen an das Umdenken der ganzen Gesellschaft - von der Akzeptanz erheblicher Mehrbelastungen der Sozialsysteme gar nicht zu sprechen - sind enorm. Aufklärung tut not. Dieser Einsicht folgt die Aktion "Demenz-Partner" der Deutschen Alzheimer Gesellschaft e.V., die bundesweit die Interessen der Erkrankten und ihrer Angehörigen vertritt. Doch was hat man sich unter "Demenz-Partnern" vorzustellen? Auf der Webseite der Aktion (www.demenz-partner.de/die-aktion.html) heißt es hierzu:
"Demenz Partner haben einen Kurs zum Thema Demenz besucht oder bieten einen solchen an. Jeder kann Demenz Partner werden – egal ob jung oder alt, berufstätig oder im Ruhestand, egal ob man einen Mensch mit Demenz persönlich kennt oder nicht. Demenz Partner verbindet ihr Interesse, etwas über Demenzerkrankungen erfahren zu wollen. Sie wissen um die Einschränkungen, die mit der Erkrankung einhergehen und kennen Wege, um Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen zu unterstützen. Schon Kleinigkeiten helfen, das Leben von Menschen mit Demenz leichter und schöner zu machen: Das kurze Gespräch mit der Nachbarin im Treppenhaus, Hilfe beim Einkaufen, ein gemeinsamer Spaziergang. Demenz Partner sorgen so dafür, dass Menschen mit Demenz möglichst lange zu Hause leben können."

Für Ulrich Lange, Sprecher des Freiwilligenzentrums Ulrichstein, ist die Demenz-Partner Initiative, die die Deutsche Alzheimer Gesellschaft zusammen mit dem Bundesgesundheits- und Bundesfamilienministerium und weiteren namhaften Unterstützern erst im Herbst letzen Jahres aus der Taufe gehoben hat, ein hervorragender niederschwelliger Ansatz, um Menschen mit Demenz ein würdiges Leben in der Mitte der Gesellschaft zu ermöglichen. Dies gelte besonders für die demenziell Erkrankten, die allein lebten und nicht auf ein familiäres Netzwerk zurückgreifen könnten. "Aber da geht noch mehr", hofft Lange. Er setzt auf ein Anschlussprojekt "Vom Demenz-Partner" zum "Demenz-Paten". Möglichst viele, gern auch ältere Menschen, sollen geschult werden, um pflegende Angehörige zu entlasten oder allein lebenden MmDs den Alltag zu erleichtern. So könnten - je nach individueller Neigung - Demenz-Partner geschult werden, um MmDs bei alltäglichen Aufgaben zu begleiten, gemeinsam das Essen zuzubereiten, die Freizeit zu gestalten u.a.m. Denn, so Lange: "Die schönsten Vorschläge nützen wenig, wenn sie nicht durch tatkräftige Menschen vor Ort praktisch umgesetzt werden!"


Bildinformation: Deutsche Alzheimer Gesellschaft Selbsthilfe Demenz e.V.


Freiwilligenzentrum Ulrichstein
Burgblick 3
35327 Ulrichstein/Hessen
Deutschland
Telefon: 06645-918789
Ansprechpartner: Ulrich Lange

Homepage:
http://www.bagfa.de/freiwilligenagenturen/adresse/freiwilligenzentrum-ulrichstein.html

Pressekontakt:
Ulrich Lange
Burgblick 3
35327 Ulrichstein
Tel.: 06645-918789
Fax: 06645-2010156
eMail: fzulrichstein@gmail.com
Unternehmensprofil:
Das Freiwilligenzentrum Ulrichstein ist eine freie Initiative zur Förderung des zivilgesellschaftlichen Engagements. Sie wird gefördert von der AVIB gemn.e.V., einer 1984 gegründeten und 1985 als gemeinnützig anerkannten Verbraucherberatungsstelle für Wohnen + Betreuung (Internnate, alternative Wohnformen für Senioren u.a.m.).

Diese Pressemitteilung wurde über fair-NEWS veröffentlicht.
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