Freier Stau für Freie Bürger

Freier Stau für Freie Bürger

ÖDP NRW zur Unionskampagne gegen Tempolimit:

 

Langsamer ist manchmal schneller

 

(Münster/Düsseldorf) – Die Union hat eine Kampagne gegen ein Tempolimit auf Autobahnen gestartet. Für die Ökologisch-Demokratische Partei (ÖDP) Nordrhein-Westfalen ist dies ein Versuch der Union, freies Rasen für wenige gegen ein vernünftiges Verkehrskonzept für alle zu verteidigen.

Die Datenlage zu den Auswirkungen des Tempolimits sind äußerst bescheiden. Bis 1993 wurden die Daten von der Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) regelmäßig erhoben. Dann wurde die Datenerhebung eingestellt. Die mangelnde Datenlage ist offensichtlich politisch erwünscht, um eine rationale Diskussion über ein Tempolimit mit Verweis auf mangelnde Daten zu verhindern. Es lassen sich aber durchaus aus anderen Quellen Daten zusammenstellen.

Laut einer Veröffentlichung der BASt sind in Deutschland 70,4 % der Autobahnen ohne Tempolimit. Auf diesen Autobahnabschnitten fahren ca. 1/3 der Pkw, Krafträdern und Lieferwagen schneller als 130 km/h, ca. 2/3 langsamer. Bei unlimitierten Strecken liegt die gefahrene Durchschnittsgeschwindigkeit bei 127, 4 km/h, bei Geschwindigkeitsbegrenzungen auf 120 km/h bei 115,9 km/h. Eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf 120 km/h reduziert die Durchschnittsgeschwindigkeit somit um weniger als 10 km/h. Dem steht eine Reduktion der Unfälle um 18,2 % und der unfallbedingten Todesfälle um 36,4 % gegenüber. Durch ein Tempolimit könnten somit pro Jahr ca. 100 Todesfälle vermieden werden.

Ein Tempolimit hat auch deutliche Vorteile für den Klimaschutz: Eine Reduktion der Geschwindigkeit auf 120 km/h auf Autobahnen reduziert den CO2-Ausstoß um ca. 9 %. Auch auf den Treibstoffverbrauch hat ein Tempolimit deutliche Auswirkungen: Eine Geschwindigkeitsreduktion auf 130 km/h reduziert den Kraftstoffverbrauch eines Mittelklasse-PKWs gegenüber einer Geschwindigkeit von 160 km/h um ca. 35 %.

Ein erhebliches, aber wenig beachteter Effekt eines Tempolimits ist die Vermeidung von Staus. Die höchste Leistungsfähigkeit einer Autobahnspur wird mit bis zu 2600 Fahrzeugen pro Stunde bei einer Geschwindigkeit von 85 km/h erreicht. Große Geschwindigkeitsunterschiede, wie sie auf Teilstrecken ohne Geschwindigkeitsbegrenzung entstehen, werden von der Verkehrswissenschaft einhellig als einer der entscheidenden Faktoren bei der Staubildung angesehen. Somit verhindert ein Tempolimit die Staubilddung, reduziert die Stauunfälle und damit auch den Unfallstau und sorgt dafür, dass alle Verkehrsteilnehmer weniger lang im Stau stehen.

Wer gegen ein Tempolimit Front macht, billigt viele Staus für alle zugunsten freier Geschwindigkeitswahl für wenige.

Elektrofahrzeuge erzwingen eine Verstetigung des Verkehrs bei geringerer Geschwindigkeit. Elektrofahrzeuge sind heute schon aus Gründen der Reichweite tempobegrenzt. Beispielsweise hat ein Reno ZOE bei Tempo 100 eine Reichweite von 252 km, bei Tempo 130 reduziert sich diese bereits auf 180 km. Tempogedrosselte Stromer und Verbrenner ohne Tempolimit führen zwangläufig durch die unterschiedlichen Geschwindigkeiten zum „Stau aus dem Nichts“, und ihn seiner Folge oft zu Unfallstaus durch Auffahrunfälle am Stauende. Insgesamt führt die Entwicklung damit zu mehr Staus und langsamerem Vorankommen für Alle.

Um eine Verkehrswende voranzubringen, fordert die ÖDP NRW seit Langem ein Tempolimit von 120 km/h auf den Autobahnen.

Dies wird aber nicht ausreichen. Um für alle Bürger ein zügiges Vorankommen zu ermöglichen, ist ein schneller und umfassender Ausbau des öffentlichen Verkehrs erforderlich. Diese muss in NRW flächendeckend, und nicht nur in den Ballungszentren zur Verfügung stehen.

*************************************************************************** Quellen:

BASt: Tempolimit auf Autobahnen 2015, veröffentlicht August 2017; www.bast.de/…/Download…/Downloads/V1¬BAB¬Tempolimit¬2015.pdf

Umweltbundesamt: Texte 05/2010; www.umweltbundesamt.de/…/…/medien/461/publikationen/3773.pdf (

Treibstoffverbrauch: www.123fahrschule.de/fragenkatalog/antwort

Drösser, Ch, 2004, Ausgebremst – Formeln für den Stau In Zeit Nr 26/2003
efahrer.chip.de/reichweitenrechner

 

 

Bildquelle: Pixabay_Gellinger

Bild könnte enthalten: Himmel und im Freien
12

Veröffentlicht von:

ÖDP NRW

Weseler Strasse 19 - 21
48151 Münster
DE
Telefon: 0251 / 760 267 45
Homepage: http://www.oedp-nrw.de

Ansprechpartner(in):
Martin Schauerte
Herausgeber-Profil öffnen


      

Firmenprofil:

Die Ökologisch-Demokratische Partei (ÖDP) wurde 1982 als Bundespartei gegründet. Die ÖDP hat derzeit bundesweit nahezu 8000 Mitglieder und über 500 Mandatsträger auf der Gemeinde-, Stadt- und Kreisebene, ist in Bezirkstagen vertreten, stellt 18 Bürgermeister und stellv. Landräte und ist seit 2014 auch im Europäischen Parlament vertreten.

 

Damit zähle die ÖDP zu den zehn größten Parteien Deutschlands.

Wer wir sind ...

In der Ökologisch-Demokratischen Partei (ÖDP) arbeiten Menschen, die gemeinwohlorientiert denken und handeln. Der oberste Grundsatz unseres politischen Handelns ist, dass wir nicht nur an uns selbst denken, sondern auch solidarisch an alle Menschen auf unserer Erde und an die zukünftigen Generationen. Wir entwickeln zukunftsfähige Lösungen für Mensch, Tier und Umwelt mit dem Ziel einer lebenswerten, gerechten und friedvollen Gesellschaft. Der Grundsatz „Mensch vor Profit“ steht im Mittelpunkt unserer Politik. Wir lösen die Umwelt- und die Armutsfrage gemeinsam, indem wir ökonomische, ökologische und soziale Zusammenhänge ehrlich und weitsichtig betrachten.

 

 

Informationen sind erhältlich bei:

Pressekontakt:
Ökologisch Demokratische Partei (ÖDP), Landesverband NRW
Weseler Str. 19 – 21
48151 Münster
Telefon: 0251 / 760 267 45
Twitter: @oedpNRWFacebook: @OEDPNRW
E-mail: info@oedp-nrw.de

Pressestelle ÖDP NRW:  presse@oedp-nrw.de

Internet: www.oedp-nrw.de

Pressemitteilungen der ÖDP NRW:

https://www.oedp-nrw.de/oedp-nrw/presse/

Kontakt zur Bundespressestelle der ÖDP:

presse@oedp.de


    Auch interessant: