Leseprobe aus „Knochenzart“

Lassen Sie sich verführen – zu einem Leseerlebnis der besonderen Art …
„Knochenzart“ eben …

Mord für Anfänger
Es geht doch nichts über Hausmannskost. In der Kantine waren die Rinderrouladen immer zäh wie gerollte Schuhsohlen.« Hans legte das Besteck auf den bis zum letzten Krümel geleerten Teller und tätschelte Birgits Arm.
»Ich habe eine Überraschung.« Er lächelte geheimnisvoll, verließ den Raum und kehrte mit einer Flasche Pommery zurück.
»Sieh mal, was für ein feines Tröpfchen. Ein Geschenk der Kollegen zu meiner Pensionierung.«
Schon knallte der Korken gegen die Decke.
»Jetzt werde ich alles tun können, wozu ich sonst nie Zeit hatte.« Mit Schwung goss er den Champagner in die Kelche.
»Zum Beispiel?«, erkundigte sich Birgit.
Das Kinn auf die Hände gestützt starrte er eine Weile in die Leere, als würden Ideen ohne Ende an ihm vorbei ziehen.
»Eine Südseereise auf den Spuren von Captain Cook vor«, sagte er schließlich träumerisch und strich sich über sein volles graublondes Haar, »vielleicht in einem Kanu? Das wäre toll!«
»Ach ja, also die Südsee. Ich dachte, du würdest vielleicht alte Freundschaften auffrischen, Hobbys pflegen, Sport treiben?«
Hans winkte genervt ab.
Schon am nächsten Morgen verließ Hans in aller Frühe das Haus. Ein großes Getöse im Flur ließ Birgit später aus der Küche eilen.
»Zieh dir Hausschuhe an, Hans.«
»Aus dem Weg!«
Mit beiden Armen einen großen Pappkarton umfassend, stolperte ihr Mann ins Wohnzimmer., und stellte die Last ächzend auf den Tisch. Wie sich herausstellte, enthielt die Kiste ein Aquarium.
»Was soll denn das, Hans? Das hättest du mit mir besprechen sollen. Und wieso ausgerechnet Fische? Du wolltest noch nie Haustiere, nicht einmal einen kleinen Hund.«
»Fische kann man stundenlang betrachten, das ist entspannend und – durch zig Studien belegt – erwiesenermaßen blutdrucksenkend. Außerdem sind sie pflegeleicht und sauber – im Gegensatz zu diesen Flohkisten.«
Dass Hans keine Hunde mochte, zeigte sich häufig am Beispiel des Nachbarhundes Moritz, einem großen gelben Mischling mit schwarz umrandeten Augen. Es bereitete Hans außerordentlichen Spaß, ihn aus sicherer Entfernung zu ärgern. Mehrfach hatte Birgit ihn dabei beobachtet, wie er einen Stock durch den Zaun steckte und Moritz damit zur Weißglut trieb, bis der am Ende nur noch heiser kläffen konnte.
Während der nächsten Tage hielt sich Hans ausschließlich in auf der Veranda auf, wo er sich ganz dem Aufbau des Aquariums hingab. Daher sah sie ihn nur zum Abendessen.
»Das ist nicht so leicht, wie du dir vorstellst und braucht Zeit, Birgit. Es gilt Heizkabel zu verlegen, Wasseraufbereiter und Filter zu installieren, und außerdem die richtigen Lichtverhältnisse einzurichten. Und dann muss man wissen, welche Pflanzen und Fische zueinander passen.«
»Wann hast du die Fische eigentlich das letzte Mal gefüttert, sie sehen irgendwie so matt aus«, fragte sie ihn eines Abends bei Tisch.
»Mist«, murmelte er, fasste sich an den Kopf und hastete zur Veranda, um mit schuldbewusster Miene kurze Zeit später wieder am Tisch Platz zu nehmen.
»Meine Stärke ist eben eher die Kopfarbeit«, erklärte er bestimmt. »War das nicht deine Idee, dass ich mir ein Hobby zulegen solle? Allein wäre ich gar nicht auf die Idee verfallen, mir diese Fische anzuschaffen. Könntest du dich nicht um sie kümmern?«
»Natürlich. Meine Schuld. Vielleicht entsorge ich sie ins Klo.«
Hans reagierte nicht, schien mit seinen Gedanken meilenweit entfernt – und kippte mit ungeschickter Bewegung sein Rotweinglas um. Birgit stieß einen kleinen Schrei aus und bestreute den sich ausbreitenden Fleck rasch mit Salz.
»Pass doch auf!«, entfuhr ihr ärgerlich.
»Ich werde meine Memoiren schreiben«, sagte er plötzlich. »Du weißt ja, als Gerichtsvollzieher habe ich so einiges erlebt. Das dürfte eine Menge Leute interessieren.« Hans zwinkerte ihr zu. »Wie würde es dir gefallen, die Frau eines erfolgreichen Schriftstellers zu sein?«
»Zunächst würde es mir gefallen, wenn du deine Post öffnest. Seit Tagen wächst der Stapel im Flur. Übrigens ist eine Todesanzeige dabei.«
© Gisela Witte, Knochenzart, Karina-Verlag

Klappentext:
Hexen, Bankräuber, Kannibalen, Punks?
Die außergewöhnliche Themenmischung – erdacht von achtzehn Autorinnen und Autoren aus Österreich, Deutschland und der Schweiz – überrascht sowohl mit Fantastik, als auch Grusel, Spannung und Humor.
Da befinden sich der Earl von Gaudibert und seine Gemahlin Gann in der Gesellschaft Reisender, die sich die Wartezeit mit der Erzählung skurriler Gruselgeschichten vertreiben – aber … handelt es sich wirklich um … Gruselgeschichten?
An anderem Ort wird ein Hardboiled-Detective auf die mysteriöse „Spur der Fische“ angesetzt …
Einen hartgesottenen Veteranen ereilt auf einem „verdammten Planeten“ sein klimatogrünes Wunder …
Und was treibt derweil eigentlich „Dreadface“, der „Mann mit der Mistgabel“?
Lassen Sie sich verführen – zu einem Leseerlebnis der besonderen Art …
„Knochenzart“ eben …

Produktinformation:
Taschenbuch: 332 Seiten
Verlag: Karina Verlag (Nova MD); Auflage: Erstauflage (30. September 2019)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3964438677
ISBN-13: 978-3964438676
Auch als E-Book erhältlich!

Derzeit versendet der Karina-Verlag wegen der Corona-Einschränkungen versandkostenfrei!
Mehr Infos unter: https://www.karinaverlag.at/

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Britta Kummer ist Autorin. Sie schreibt Kinder-, Jugend- und Kochbücher, wurde in Hagen geboren und wohnt heute in Ennepetal.
Zusätzlich gibt es auch zwei Bücher zum Thema MS. Diese sind aber keine Fachbücher über die Krankheit MS (Multiple Sklerose), sondern die MS-Geschichte der Autorin.
Ihr Buch „Willkommen zu Hause, Amy" wurde im Januar 2016 mit dem Daisy Book Award ausgezeichnet. Der Kärntner Lesekreis „Lesefuchs“ vergibt in unregelmäßigen Abständen diese Auszeichnung für gute Kinder- und Jugendliteratur.
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