Koboldalarm im Karina-Verlag

Zu Besuch in Wien
„Und was machst du jetzt?“ Der kleine Kobold mit den bürstenartig gesträubten schwarzen Haaren beugt sich interessiert vor.
„Nepomuck! Du krümelst mir ja die ganze Tastatur voll! Das geht doch nicht!“ Karina ist jetzt wirklich verärgert, und Nepomuck schielt schuldbewusst auf seinen angebissenen Keks.
„Dafür kann ich nichts, wenn der so trocken ist“, verteidigt er sich dann schlagfertig. „Ich hätte gern noch einen Kakao, dann könnte ich ihn einstippen – ohne Krümelei.“
Karina verdreht die Augen und seufzt ergeben. Der Kobold weilt nun seit gestern hier und hat den Laden schon tüchtig durcheinandergebracht. Da er gerade Wien besucht, muss er natürlich auch im Karina-Verlag vorbeischauen. Schließlich wurde sein Buch „Nepomucks Abenteuer“ ja hier verlegt!
„Ich bringe dir gern noch einen Kakao – aber nur, wenn du dich mit deinen Keksen vom PC fernhältst“, schmunzelt die sympathische Autorin und Verlegerin. „Okay, großes Kobold-ehrenwort!“ Nepomuck strahlt sie aus seinen dunklen Augen an und lässt dabei die Beine von der Schreibtischplatte baumeln.
Der Kakao lässt auf sich warten. Neugierig schaut der Kobold sich um. Da steht ja Karinas Tasse mit einer dunklen Flüssigkeit darin. Nepomuck schnuppert daran. Hm … riecht gar nicht schlecht. Wie das wohl schmeckt? Vorsichtig umschließt er die Tasse mit seinen kleinen Händen und hebt sie an. Puh, ist die schwer und heiß noch dazu! Der Kobold unterdrückt einen Schmerzensschrei und späht zur Tür. Gut! Die Luft ist rein. Laut schlürfend nimmt er einen kleinen Schluck.
Aua! Zunge verbrüht, und schrecklich bitter schmeckt das Zeug! Polternd kippt die Tasse über den Schreibtisch. Ein kleiner See breitet sich zwischen Stiften und Papieren aus, während der Missetäter auf seinen Plattfüßen entsetzt dazwischen hin und her hüpft. Das Chaos ist perfekt!
Als Karina mit dem Kakao zurückkehrt, traut sie ihren Augen nicht: Mit einem kleinen Tuch versucht der Kobold hektisch den verschütteten Kaffee aufzuwischen, der bereits auf den Boden hinab tropft. Also: Kakao abstellen, Papiere retten, in die Küche flitzen, Küchentücher holen, Schreibtisch reinigen – und den Tunichtgut anschließend kräftig an den Ohren ziehen. Was für ein Tag aber auch!
Kurze Zeit später sitzt der Koboldjunge kleinlaut vor dem PC und schaut Karina zu. Die schreibt gerade an einer neuen Kathy-Geschichte. Kathy, das Schlossgespenst, hat es Nepomuck angetan.
„Können wir nicht mal zum Schloss Freiland fahren? Dann würde ich Kathy persönlich kennen lernen!“
Karina muss wider Willen lächeln: Da hätten sich dann die beiden Richtigen gefunden! Kathy
hat – genau wie der Kobold – nur Unfug im Sinn, obwohl auch sie es nie böse meint.
„Nepomuck, du weißt doch, dass morgen Markttag ist, aber übermorgen finde ich dann vielleicht endlich Zeit, um etwas mit dir zu unternehmen. Aber zum Schloss schaffen wir es diesmal nicht.“
Nepomuck sieht das ein.
„Ich komme wieder“, verspricht er feierlich, „und morgen begleite ich dich zum Markt und helfe dir beim Verkauf.“
Der Markttag kündigt sich mit eisigem Wind an. Nepomuck hüpft gut gelaunt mit Pudelmütze zwischen Verlagsbüchern, Olivenölflaschen und Selbstgebackenem hin und her und lenkt damit immer wieder die Aufmerksamkeit der Vorbeieilenden auf sich.
„Selbstgebackenes Brot vom Feinsten! Leckeres Gebäck! Olivenöl vom Peloponnes!“, preist er die Ware mit kreischender Stimme an. Wenn Karina gerade nicht hinschaut, ist der Kobold heimlich allerdings selbst sein bester Kunde – zumindest was das Gebäck angeht.
„Ein Buch für Kinder, mit tollen Geschichten, die Mut machen! Steht auch was über mich drin!“, erzählt er aufgeregt einer alten Dame, die soeben das Olivenöl unter die Lupe nimmt.
„Oh wie schön, mein Kleiner! Mut kann ich auch brauchen, der ist an kein Alter gebunden. Und wenn dann noch was über dich drin steht, dann muss ich es ja wohl kaufen!“
Die Oma tätschelt dem Winzling liebevoll die Wange und verlässt den Marktstand zufrieden mit dem Buch „Kleine Mutmachgeschichten“, einem selbstgebackenen Brot, einer Flasche Olivenöl – und dem Olivenölkochbuch.
„Damit ich gleich ein paar neue Rezepte für mein Olivenöl habe“, erklärt sie der verdutzten Verlegerin.
Am Ende des Markttages stellt Karina zu ihrem Erstaunen fest, dass sie heute – trotz des miserablen Wetters – besonders viel verkauft hat. Ob das wohl auch ein wenig dem kleinen Kobold zu verdanken ist?
Am nächsten Morgen geht es daher zur Belohnung in das Wiener Schokomuseum. Nepomuck staunt über die drei Schokobrunnen, aus denen jeweils Vollmilch-, Zartbitter- und weiße Schokolade fließen. Es gilt uralte Maschinen und nostalgische Pralinenschachteln zu bewundern – und natürlich wahre Kunstwerke aus Schokolade! Nepomuck darf leckeres Konfekt probieren und selbst eine Figur aus Nougat und Marzipan kneten: Ein ganz besonderes Entgegenkommen, denn eigentlich finden dafür besondere Workshops statt, zu denen man sich anmelden muss. Stolz präsentiert er Karina seinen essbaren Kobold.
„Der wird in deiner Gesellschaft wahrscheinlich nicht lange überleben“, vermutet die breit grinsend. Aber diesmal soll sie sich irren: Nach Nepomucks Abreise wird sie ihn auf ihrem Schreibtisch finden – hübsch verpackt in Zellophan.
Zuvor aber erfährt der kleine Kobold, woher Schokolade eigentlich stammt: nämlich aus den Kakaobohnen im Inneren der Kakaofrucht. Nepomuck findet, dass die Frucht wie ein orangefarbener Rugby-Ball aussieht. Kakaobäume wachsen in den Tropenwäldern Afrikas und Südamerikas. Die getrockneten Bohnen schmecken allerdings gar nicht süß sondern bitter. Die Kakaobohnen werden zunächst in den hiesigen Fabriken gereinigt und geröstet. Dann entfernt man die Schalen und zermahlt die Kakaobohnen in großen Kakaomühlen zu einem dickflüssigen Brei, der Kakaomasse. Aus dieser wird unter anderem Schokolade hergestellt. Dazu wird die Masse mit Kakaobutter sowie Zucker vermischt und gewalzt. Nun wird die Schokoladenmasse bei niedrigen Temperaturen gerührt, wobei sie ihren bitteren Beigeschmack verliert und geschmeidig wird. Danach füllt man sie in Formen und löst sie nach dem Abkühlen als fertige Schokoladentafeln wieder heraus.
Nepomuck schwirrt der Kopf von all den Eindrücken und Informationen.
Nach einer leckeren Mahlzeit aus Palatschinken – Wiener Pfannkuchen – die Nepomuck dick mit Marillen- oder Aprikosenmarmelade bestreicht, geht es am Nachmittag in den Prater: Ein Vergnügungspark in Wien, den man einfach gesehen haben muss! Vom Riesenrad aus bietet sich ein großartiger Blick über die ganze Stadt.
Die geschlossenen roten Gondeln sehen wie kleine Eisenbahnwagons aus, findet Nepomuck, ist dann aber doch froh, als er wieder unten ist. Zum Schluss gönnen sie sich eine Fahrt mit der Liliputbahn über das wunderschöne Gelände. Da heute Sonntag ist, wird der Zug sogar von einer richtigen Dampflok gezogen. Nepomuck ist begeistert. Die Liliputbahn wurde nach dem Roman „Liliput“ benannt – auch bekannt als „Gullivers Reisen“. Darin geht es um winzig kleine Menschen – die „Liliputaner“– die auf einer geheimen Insel leben. Nepomuck empfindet es für seine Person als sehr passend, mit genau dieser Bahn zu fahren.
„Vielleicht waren die Liliputaner ja in Wirklichkeit Kobolde, und Gulliver wusste das nur
nicht“, murmelt er schlaftrunken, bevor er an Karinas Arm gelehnt zufrieden einschläft.

Aus dem Kinderbuch MIT NEPOMUCK AUF WELTREISE
Beschreibung:
Wie funktioniert eigentlich ein Heißluftballon, und wie leben die Eskimos heute? Was passiert, wenn ein norwegischer Kobold auf einen irischen Leprechaun trifft, und was kann man im Karina-Verlag so alles anstellen? Begleitet den lustigen Kobold Nepomuck auf seinen Reisen durch Europa, Asien, Amerika, Afrika und Australien, lernt Menschen, Tiere und verschiedene Kulturen hautnah kennen.
Folgt ihm auf den Spuren der Hobbits, und werft mit ihm seinen ersten Bumerang.
Die tollsten Abenteuer warten auf euch, denn wo Nepomuck sein Unwesen treibt, da wird es nie langweilig!

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Mehr Infos: https://www.karinaverlag.at/products/mit-nepomuck-auf-weltreise-von-christine-erdic-mit-illustrationen-von-renate-becker/

©byChristine Erdic

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Die deutsche Buchautorin Christine Erdic lebt zur Zeit hauptsächlich in der Türkei.
Beruflich unterrichtet sie in der Türkei Deutsch für Schüler (Nachhilfe), sie gab
Sprachtraining an der Uni und machte Übersetzungen für türkische Zeitungen.
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Frau Christine Erdiç

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