Von Insellösungen zu nachhaltigen digitalen Ökosystemen

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Haars FDP-Ortschef regt Erstellung digitaler Zwillinge bei Neubauprojekten an

Haar – Lkr. München/ Kommunen nachhaltiger und gegenüber den Auswirkungen von Wachstum und Klimawandel resilienter zu machen, steht nicht nur in der oberbayerischen Gemeinde Haar im Fokus der Verwaltung und Kommunalpolitik. Dementsprechend lockte der Vortrag „Nachhaltige Ortsentwicklung mit dem digitalen Zwilling“ von Haars FDP-Ortschef Dr. Peter Siemsen am 16. Februar 2022 auch Gäste aus anderen Landkreisgemeinden und der Landeshauptstadt München an das virtuelle kommunalpolitische Forum der FDP Haar.

Als Digitalisierungsmanager in einem weltweit agierenden DAX-Konzern kennt Siemsen die mit der digitalen Transformation verbundenen Chancen und Herausforderungen. In seinem Vortrag präsentierte er Anwendungsbeispiele von digitalen Stadtmodellen, Simulationen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz sowie aus dem fernen Kalifornien. Der technologische Streifzug führte von der Erstellung intelligenter, digitaler Objekte mit dem sogenannten Building Information Modeling (BIM) über urbane Verkehrs-, Energie-, Sonnen- und Windsimulationen bis hin zur Smart City, in der Menschen mit Hilfe des digitalen Zwillings die urbane Lebensqualität kontinuierlich verbessern. Siemsen machte dabei deutlich, dass die virtuellen 3D-Abbilder viel mehr als nur visuelle Kopien sind. „Der digitale Zwilling bietet eine Datenplattform für vernetzte Planungen, Analysen und Simulationen. Das macht ihn zum Schlüssel, um die drängendsten Probleme unserer Kommunen in Gegenwart und Zukunft in den Griff zu bekommen“, erklärte er dem aufmerksamen Publikum.

Die enormen Chancen gehen allerdings auch mit Herausforderungen einher. Um die komplexen Zusammenhänge sichtbar zu machen, bedarf es einer guten digitalen Datenbasis und eines ausgereiften Datenmanagements, betonte Siemsen. Bei der hierfür erforderlichen IT-Infrastruktur bestehe aus seiner Sicht in nahezu allen Kommunen deutlicher Handlungsbedarf. Der Aufwand zahle sich jedoch aus: Neben dem Entfall physischer, maßstabsgetreuer Modelle fördere der digitale Zwilling die Zusammenarbeit aller Planungsbeteiligten und ermögliche risikoloses Experimentieren in der frühen Projektphase, wodurch Kostensteigerungen und Terminverzüge bei der Umsetzung vermieden würden.

„Um unsere Kommunen sicherer, sauberer und lebenswerter zu machen, müssen wir Insellösungen zu nachhaltigen digitalen Ökosystemen weiterentwickeln“, empfahl Siemsen einen raschen Einstieg in den digitalen Zwilling. Seine Anregung, diesen bei Neubauprojekten verbindlich zu erstellen, erhielt breite Zustimmung. Der Kirchheimer Gemeinderat Thomas Jännert und Medienunternehmer Marco Deutsch aus Grünwald erkannten eine wichtige Koordinationsrolle für den Landkreis.

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