Ehemaliger Agri Terra „Mitarbeiter“ wird Argentiniens Präsident

In einem atemberaubenden Aufstieg wird der Wirtschaftswissenschaftler und Polit-Neuling Javier Milei zum neuen Präsidenten Argentiniens gewählt – nur zwei Jahre nach seinem politischen Debüt.Die Sensation ist perfekt – der Polit-Neuling Javier Milei wird neuer Präsident in Argentinien. Der dem liberal-konservativen Lager zugehörige Ökonom war erst vor etwa zwei Jahren überhaupt in die Politik gegangen, wurde dann im ersten Anlauf gleich Abgeordneter und nun zum neuen Präsidenten des südamerikanischen Landes gewählt. 

Noch in 2021 gehörte er der Fernsehsendung Libres para Elegir des deutsch-paraguayischen Unternehmers Carsten Pfau an und war in diesem Zusammenhang Mitarbeiter der Agri Terra Gruppe, der die Sendung gehört. Viele der Episoden sind noch heute auf Milei´s YouTube-Kanal zu finden.

„Javier war immer sehr beeindruckend in unseren Sendungen, ein fesselnder Redner mit gestochen scharfer Rhetorik und überzeugender Argumentation", erinnert sich Carsten Pfau an die Zeit mit dem Argentinier. „Wir sind nach wie vor in Kontakt, haben auch noch am Wahltag Nachrichten ausgetauscht und natürlich freue ich mich, dass er es geschafft hat", so Pfau weiter. 

Argentiniens neuer Präsident gehörte früher einer Rockband an und war Fußball-Torwart, er weigert sich, seine Haare zu kämmen und verteidigt vehement klassisch-liberale und libertäre Werte. Er tritt für einen minarchistischen (also einen auf das gerade noch notwendige Minimum verkleinerten) Staat ein und verschenkte als Abgeordneter sein Gehalt, da er der Meinung ist, Politiker sollten nicht vom Volk bezahlt werden. Jeden Monat verloste er sein Abgeordneten-Salär, das alleine brachte ihm mehr Publicity ein als jede Werbekampagne. Aus jeder Wahlkampf-Debatte ging er als klarer Sieger hervor.

Der anfangs belächelte Außenseiter erreichte in der Stichwahl, also der zweiten Runde der argentinischen Präsidentschaftswahlen, ein Rekordergebnis. In manchen Teilen Argentiniens stimmten bis zu 80 % der Wahlberechtigten für den Exoten. Das wirtschaftlich stark gebeutelte Land im Süden des amerikanischen Kontinents steht vor großen Herausforderungen. Noch in den 1920er Jahren galt die Gaucho-Nation als reichstes Land der Welt, dessen Hauptstadt Buenos Aires oft als das Paris Südamerikas angesehen wurde. Heute finden sich über die Hälfte der Argentinier unterhalb der Armutsgrenze. Nach Ansicht von Javier Milei ist dies durch staatliche Misswirtschaft und völlig falsche Politik verursacht worden, dies will der Wirtschaftswissenschaftler bald ändern.

„Javier ist extrem intelligent, mathematisch hochbegabt, sein Verstand ist messerscharf" beschreibt Carsten Pfau den angehenden Staatsmann. „Wenn einer die großen Aufgaben in Argentinien lösen kann, dann er", ist sich Pfau sicher. Der deutsche Unternehmer hatte von Anfang an an den Erfolg seines ehemaligen TV-Kollegen geglaubt. „Als er uns eröffnete, dass er als Abgeordneter kandidieren wolle, sagte ich ihm gleich, dass er eines Tages Präsident werden würde. Das meinte ich bereits damals ganz ernst. Dass sich dies so schnell bewahrheiten würde, hätte ich dann allerdings auch nicht gedacht" berichtet Pfau, und erinnert sich: „Wir sind mit Javier in Paraguay in einem Restaurant zum Essen gegangen, und es war unglaublich, wie viel Zuspruch er erhielt, spontanen Applaus, Jubel. Da spürte man schon, wie beliebt er bereits damals war, und da war er noch nicht einmal Abgeordneter. Wir haben daraufhin immer bei mir zu Hause gegessen, um Javier wenigstens etwas Privatsphäre zu gönnen".

Eneas Biglione, Vorsitzender des argentinischen Thomas-Jefferson-Instituts und feuriger Wahlkampfhelfer im Team Milei, ist sich sicher, dass die Sendung _Libres para Elegir_ einen elementaren Beitrag am schnellen Erfolg des Ökonomen hatte. „Viele Argentinier leben in Paraguay, und viele Paraguayer sind nach Argentinien ausgewandert und dort inzwischen wahlberechtigt. Die schauen die Sendung und konnten sich so schon recht früh mit Milei´s Ideen und Vorschlägen auseinandersetzen. Das hat ihm sehr geholfen. Die Auslandsstimmen haben mit überwältigender Mehrheit für ihn gestimmt, und auch in Argentinien bereitete die paraguayische Fernsehsendung den Boden für die spätere Kampagne", so Biglione. 

„Mal sehen, wen wir als nächsten einladen und zum Präsidenten machen", scherzt Carsten Pfau, darauf hin angesprochen, dass auch der erst im April diesen Jahres mit überwältigender Mehrheit zum paraguayischen Präsidenten gewählte Santiago Peña einst Gast in Pfau´s Talkshow war. Aber der Investor schlägt dann auch ernste Töne an. „Wenn Javier Milei scheitert, dann wird es für liberal-konservative Politiker in Zukunft schwer sein, an die Macht in Argentinien zu kommen, der linke Flügel würde dann wieder übernehmen. Die völlig verfehlte Steuer- und Subventionspolitik der Peronisten, also der argentinischen Linken, haben das Land ja erst in die Misere geritten, und es wird dauern, da wieder herauszukommen. Argentinier sind tendenziell sehr ungeduldig, wollen schnelle Resultate sehen. Man kann Javier nur viel Glück und viel Erfolg bei dieser Herkulesaufgabe wünschen, ein starkes, gesundes Argentinien würde der Region sehr guttun", so Pfau zum Abschluss. 

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Die Agri Terra Gruppe, geleitet von CEO Carsten Pfau, beteiligt sich zusammen mit internationalen Investoren an landwirtschaftlichen und Immobilienprojekten in Paraguay. Ihr Engagement konzentriert sich hauptsächlich auf die Entwicklung von Zitrusplantagen, der Produktion von Orangensaft, dem Anbau von Bio-Obst und -Gemüse in Gewächshäusern sowie der Rinderzucht im großen Stil. Zusätzlich zu Projekten im Immobilien- und Hotelbereich ist die Gruppe auch in der Landakquisition aktiv. Das Unternehmen, das seit 2012 besteht, ist zudem in Groß- und Einzelhandelsprojekten, Fernsehproduktionen und Stiftungsarbeit involviert.

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