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Jedes Feuer fängt mal klein an – Achtsamkeit rettet Leben

Einmal entfacht, kann Feuer eine unbändige Kraft entwickeln. Wird es zum Wohnungsbrand, können die Folgen verheerend sein.
Besonders tückisch: Ein Brand kann im Verborgenen anfangen – eine gefährliche Situation wird gar nicht als solche wahrgenommen.
„Das Vergessen einer brennenden Kerze kennen wir alle und bewerten es als Situation mit Gefahrenpotential“, erläutert Bernd Hollands, Kreisbrandmeister a. D. der Städteregion Aachen und Experte in Sachen Brandbekämpfung und Brandprävention. „Doch ein Brand kann auch versteckt ausbrechen.“
Hollands berichtet: „Wir hatten einmal einen Einsatz in einem Mehrfamilienhaus. Eine Bewohnerin hörte spätabends aus der Nachbarwohnung das Alarmsignal eines Rauchmelders. Die alarmierte Feuerwehr fand die Bewohnerin der Nachbarwohnung bewusstlos, eine weitere Anwohnerin des Hauses musste später über die Drehleiter aus dem Dachgeschoss gerettet werden, weil der Fluchtweg über das Treppenhaus wegen starker Rauchentwicklung versperrt war.“
Notarzteinsatz wegen defektem Föhn
„Rückblickend ein wirklich dramatischer Einsatz, bei dem die bewusstlose Frau durch einen Notarzteinsatz ins Leben zurückgeholt wurde“, erinnert sich Bernd Hollands. Auslöser war ein defekter Fön, der in Brand geriet und mit dem Kunststoff eine intensive Rauchentwicklung verursacht hatte. Die Rauchmelder in der Wohnung und eine aufmerksame Nachbarschaft retteten der Bewohnerin das Leben.
Dieser Fall zeigt einmal mehr, wie wichtig Rauchmelder in Wohnungen sind. Sie zu installieren ist Pflicht. Diese Vorgabe ist in der Landesbauordnung verankert – aus gutem Grund! Immer noch sind in Deutschland jährlich hunderte Brandtote und tausende Verletzte durch Brandereignisse zu beklagen. Mehrere Milliarden Euro Privatvermögen lösen sich jedes Jahr im wahrsten Sinne in Rauch auf.
Fast jedes elektrische Gerät birgt Brandgefahr
Oftmals ist die Brandursache gedankenloser oder fahrlässiger Umgang mit offenem Feuer oder elektrischen Geräten. Fast jedes elektrische Gerät birgt das Potenzial einen Brand auszulösen – 30 Prozent aller Brände sind statistisch auf Elektrizität bzw. Defekte in elektrischen Anlagen zurückzuführen. Ein Kurzschluss, ein Kontaktfehler, eine zu hohe Nutzwärme oder auch einfach eine schlechte Verarbeitung einfacher Geräte reichen dafür bereits aus.
Daher sollten Elektrogeräte stets nach dem Gebrauch vom Stromkreislauf getrennt und niemals im Stand-by-Modus allein gelassen werden. Auch eine angemessene Auskühlzeit nach der Nutzung ist ratsam.
Feuer ist nicht wählerisch
Einmal entflammt, ist Feuer nicht wählerisch. „Wenn wir uns in der häuslichen Umgebung umschauen, sehen wir viele Stoffe, die gegebenenfalls brennen würden – Kunststoffe, Textilien, lackierte Einrichtungen, elektrische Leitungen und Anlagen“, erläutert Bernd Hollands. „Wenn sich diese Teile thermisch zersetzen, also brennen, entstehen hoch giftige Brandgase.“
Rauchmelder retten Leben
Aber das schleichende Gift muss nicht unerkannt bleiben: Brandrauch, also die erwärmte Luft, steigt gemäß den Gesetzen der Brandphysik nach oben. Der Rauchwarnmelder, an der Zimmerdecke montiert, schlägt dann Alarm und weckt bzw. warnt Anwesende im Gefahrenbereich.
Weiterdenken
Einem Brand zu entkommen ist sicherlich die Hauptsache. Doch alles Materielle zu verlieren, kann existenzbedrohend sein. Denn auch wenn Feuer und Rauch keinen Schaden an Leib und Leben angerichtet haben, bleibt nach dem Brand und den Löscharbeiten der Feuerwehr eine oft völlig zerstörte Umgebung für die Bewohner zurück.
Wohnungen werden unbewohnbar
Bei einem Brand in einem geschlossenen Raum sind Temperaturen von 600 bis 800 Grad keine Seltenheit. Und der Schaden durch den Brandrauch ist meist verheerend. Die Grundreinigung von Einrichtungen, Mobiliar, Kleidung und (mindestens) eine Renovierung mit Anstrich stehen dann an. Das eigene Zuhause ist unter Umständen für Wochen unbewohnbar, wertvolle Erinnerungsstücke und wichtige Dokumente sind unwiederbringlich zerstört.
Wie ein Sicherheitsgurt im Auto
„Die Rauchwarnmelder-Pflicht in Wohnungen ist für jeden Bewohner eine wertvolle Maßnahme zur Reduzierung von Schäden – vergleichbar dem Sicherheitsgurt im Auto“, resümiert Bernd Hollands. „Und stetige Aufmerksamkeit mit Blick für mögliche Brandgefahren ist für jeden
sinnvoll und letztlich lebenswichtig.“

Fünf Tipps zum Brandschutz zuhause:
• Kerzen nie unbeaufsichtigt brennen lassen und verlöschen, wenn man den Raum verlässt.
• Mehrfachsteckdosen nicht überlasten und Kabelsalat vermeiden.
• Lüftungsschlitze elektrischer Geräte frei halten.
• Geräte wie Fernsehgeräte, Bildschirme oder PCs etc. nach der
Nutzung immer vollständig ausschalten und nicht im Stand-by-Modus belassen.
• Rauchmelder installieren und regelmäßig warten.

Veröffentlicht von:

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Das Netzwerk "Zuhause sicher" ist ein gemeinnütziger Verein, der sich für die Verbesserung des Einbruchschutzes und der Brandvorbeugung in Privathaushalten einsetzt. In dieser Initiative arbeiten seit 2005 öffentlich-rechtliche Institutionen und privatwirtschaftliche Unternehmen zusammen, um Bürger eine Begleitung auf dem Weg zum sicheren Zuhause anzubieten. Für sein Konzept wurde das Netzwerk "Zuhause sicher" mit mehreren Preisen national und international ausgezeichnet.

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