Exklusive Studie: Jeder Vierte wurde schon mit Sommerreifen vom Wintereinbruch überrascht

Im Auftrag von ATU befragte Civey 1.000 Autobesitzer zum Reifenwechsel – mit erstaunlichen Ergebnissen

Weiden in der Oberpfalz, 22. November 2021. Schnee, eisige Fahrbahnen und niedrige Temperaturen: Bevor die kalte Jahreszeit Einzug hält, sollten Autofahrer auf Winterreifen wechseln, sofern sie keine Ganzjahresreifen nutzen. Eine Civey-Studie im Auftrag von ATU kam nun zu dem bedenklichen Ergebnis, dass 24 Prozent der Befragten schon einmal vom Wintereinbruch überrascht wurden, während sie noch mit Sommerreifen unterwegs waren. ATU-Experte Sebastian Scharnagl erklärt, warum das gefährlich ist, und welche weiteren Erkenntnisse die Studie ergeben hat.

Sommerreifen im Winter: Gefahren und Bußgelder drohen
„Nach dem Wintereinbruch mit Sommerreifen unterwegs zu sein, ist sehr gefährlich“, erklärt Scharnagl. „Auf Schnee und Eis verlieren Sommerreifen schnell die Haftung und haben einen deutlich längeren Bremsweg. Profil und Gummimischung sind einfach nicht für winterliche Bedingungen ausgelegt.“ Dazu kommt noch: Wer so handelt, verstößt auch gegen die Straßenverkehrsordnung. Denn in Deutschland gilt eine situative Winterreifenpflicht – bei winterlichen Straßenverhältnissen wie Schnee oder Eis müssen Autofahrer mit Winter- oder Ganzjahresreifen unterwegs sein. Andernfalls können Bußgelder verhängt werden. Außerdem droht ein Punkt in Flensburg für diejenigen, die andere behindern, weil sie mit Sommerreifen unterwegs sind.

Autofahrer auf dem Land eher unvorsichtig
„Angesichts der zahlreichen Appelle, die Reifen früh zu wechseln, erstaunt mich die hohe Zahl derjenigen, die schon einmal mit Sommerreifen vom Winter überrascht wurden“, so Scharnagl. Insbesondere Autobesitzer, die in sehr spärlich besiedelten, ländlichen Gebieten leben, stechen dabei hervor: 34 Prozent von ihnen geben an, zuvor bereits einmal mit der falschen Bereifung vom Winter kalt erwischt worden zu sein.

Die Mehrheit wechselt rechtzeitig – vor allem die Jüngeren
Auch wenn die Zahl derjenigen, die schon einmal vom Wintereinbruch überrascht wurden, erstaunlich hoch ist – die meisten Autobesitzer gaben an, ihre Reifen rechtzeitig zu wechseln. Rund 70 Prozent der Befragten tauschen demnach ihre Reifen frühzeitig. „Damit folgt der Großteil der Autobesitzer der Empfehlung, die Reifen bereits vor Wintereinbruch zu wechseln. Wir empfehlen, sich an der bekannten O-bis-O-Regel zu orientieren: Winterreifen sollten von Oktober bis Ostern zum Einsatz kommen“, erläutert der ATU-Experte. Nur gut fünf Prozent der befragten Autobesitzer gaben an, dass sie mit dem Reifenwechsel bis nach dem ersten Wintereinbruch warten. „Überrascht hat uns dabei die Gruppe der 40- bis 49-Jährigen: Lediglich 25 Prozent wechseln die Reifen eindeutig frühzeitig. Das sind deutlich weniger als in der Gruppe der 18- bis 29-Jährigen – von ihnen waren es mit 53 Prozent mehr als doppelt so viele“, berichtet Sebastian Scharnagl.

Jeder Fünfte riskiert, mit veralteten Reifen unterwegs zu sein
„Bei der Frage, wann der richtige Zeitpunkt für den Kauf neuer Winterreifen gekommen ist, orientieren sich viele an der Profiltiefe der Reifen“, berichtet ATU-Experte Scharnagl. „Das ist grundsätzlich richtig – aber auch auf das Alter der Reifen sollte geachtet werden.“ Laut der aktuellen Civey-Studie gaben 20 Prozent der Befragten an, beim Wechselzyklus das Alter der Reifen nicht zu beachten. Besonders die Jüngeren fallen dabei auf: 36 Prozent der 18- bis 29-Jährigen gaben an, nicht auf das Alter der Winterreifen zu achten – doch das birgt Sicherheitsrisiken: „Verschleißerscheinungen sind mit bloßem Auge oft nicht erkennbar. Zudem härtet die Gummimischung älterer Reifen aus und führt vor allem bei Nässe zu längeren Bremswegen“, so der ATU-Experte. Pkw-Reifen sollten daher laut ADAC generell nur bis zu einem Alter von acht Jahren genutzt werden.

Zur Umfrage:
Civey hat für ATU vom 11.11. bis 12.11.2021 online 1.000 Autobesitzer ab 18 Jahren befragt. Die Ergebnisse sind aufgrund von Quotierungen und Gewichtungen repräsentativ unter Berücksichtigung des statistischen Fehlers von 5,4 – 5,9 % (Gesamtergebnis).

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