Neue Münchner Studie zu Rotlichtverstößen in Städten: 6,4% aller Fahrradfahrer fahren über Rot!

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Die Beachtung der Verkehrsregeln auf den Straßen ist von immens großer Bedeutung, damit die verschiedenen Verkehrsträger gemeinsam existieren können und Unfälle vermieden werden. Das wohl wichtigste Hilfsmittel hierfür sind Ampeln. Leider gibt es aber viele Verkehrsteilnehmer, die sich eben nicht an Regeln halten. Der Automobilclub Mobil in Deutschland e.V. wollte es genau wissen und führte an einem Tag im Juni 12 Stunden lang eine Verkehrszählung durch. Das erschreckende Ergebnis: 133 Personen und damit ganze 6,4% der gezählten Fahrradfahrer fuhren innerhalb eines Tages über eine rote Ampel. Dies entspricht jedem 16. Radler!

Das unerlaubte Überqueren eines roten Lichtsignals ist wohl in jedem Fall eines der gefährlichsten innerstädtischen Verkehrsvergehen. Daher ist es umso verwunderlicher, dass die neue Verkehrszählung von Mobil in Deutschland folgendes Ergebnis brachte:

Der mehrfach ausgezeichnete Automobilclub zeichnete am Donnerstag, den 23. Juni 2022 für volle zwölf Stunden den Verkehr und eine Ampel an der Arnulfstraße in München auf. Von 7.00 Uhr bis 19.00 Uhr wurde das Verkehrsgeschehen beobachtet. Fahrradfahrer gelten als schwächere und gefährdetere Verkehrsteilnehmer. Um sie besser zu schützen, wurde hierfür vor 2 Jahren die StVO angepasst. Daher verwundert es, dass  gerade Fahrradfahrer weit vorne bei Rotlichtverstößen sind. Von insgesamt 2.089 gezählten Fahrradfahrern fuhren in der benannten Zeit 133 Personen über Rot. Dies entspricht einem Prozentsatz von 6,4%!

Die Fahrradlobby in München ist groß, immer mehr soll die Stadt zu einer „Fahrrad-Stadt“ mutieren. Der Stadtrat fördert explizit den Ausbau der Radwege in München, Parkplätze und Autofahrspuren müssen weichen und werden vernichtet. Doch gerade deshalb wäre im Gegenzug auch zu erwarten, dass sich alle Verkehrsträger gleichermaßen an die bestehenden Regeln halten. Immerhin liegt das Bußgeld für den einfachen Rotlichtverstoß für Fahrradfahrer bei 60 Euro und maximal einem Punkt in Flensburg. Bei Autofahrern sieht das anders aus. Hier fangen die Strafen bereits bei 90 Euro an und können bis zu 360 Euro, 2 Punkten und einem Monat Fahrverbot reichen.

Bei Rot über die Ampel zu fahren, ist alles andere als ein Kavaliersdelikt. Gerade ein qualifizierter Rotlichtverstoß, bei dem die Ampel schon länger als eine Sekunde auf Rot stand, erhöht die Unfallgefahr enorm. Bei 133 Rotlichtverstößen durch Fahrradfahrer innerhalb von 12 Stunden lag im gleichen aufgezeichneten Zeitraum die Zahl der Rotlichtverstöße durch Autofahrer hingegen bei null.

„Verkehrsregeln und die StVO müssen für alle gelten. Nicht nur für die Autofahrer. Dies gilt umso mehr, wenn es in Städten immer mehr zu Unfällen, Toten und Verletzten bei Fahrradfahrern kommt. Hier besteht dringender Handlungsbedarf. 6,4% ist jeder 16. Radfahrer. Hochgerechnet auf eine Stadt wie München wären das am Tag rund 250.000 Rotlichtvergehen durch Fahrradfahrer.“ so Dr. Michael Haberland, Präsident des Automobilclubs Mobil in Deutschland e.V. „Man stelle sich vor, jeder 16. Autofahrer würde jede rote Ampel ignorieren. Da gäbe es jeden Tag Tote und Verletzte. Daher muss hier dringend nachgearbeitet werden. Mehr Aufklärung, mehr Einsicht, auch mehr fahrradpolizeiliche Überwachung und wenn es sein muss, dann sollte man auch einmal über Kennzeichen nachdenken. Der Hauptgrund, warum rote Ampeln vor allem von Radfahrern ignoriert werden, ist die Anonymität. In jedem Fall gilt: Die Quote muss runter. 6,4% ist viel zu hoch!“

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